Adoptionsbiographien
 
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Adoptionsbiographien

 

Auf diesen Seiten finden Sie Adoptionsbiographien, die über die andere Seite von Adoption berichten, die Seite, die in den Werbebroschüren und vielen Adoptionsratgebern verschwiegen wird.

 

Ich danke allen, die den Mut finden, ihr Schicksal zu beschreiben und den Einfluss, den Adoption darauf hatte und biete allen von Adoption Betroffenen an, hier ebenfalls ihre Geschichte zu veröffentlichen. Denn nur, wenn man unsere Adoptionsschicksale nicht mehr als einzelne „verunglückte Adoptionen“ abtun kann, wird sich an der Einstellung der Gesellschaft und der Gesetzgebung etwas ändern.

 

 

Wenn wir über das Leid und Unrecht schweigen, welches wir durchmachen mussten,  wird es immer weiter, immer neuen Menschen zugefügt. Menschen die ahnungslos sind, weil wir schweigen.

 

 

Die Namen und Orte in den Adoptionsbiographien wurden teilweise aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes geändert. Die Biographien können fortgeschrieben werden.

 

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Warum eine Biographie schreiben?

 

Biographisches Arbeiten wird seit Mitte der 70er Jahre als Methode eingesetzt, um Menschen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und auf der Suche nach sich selbst zu unterstützen.

 

„Biographie, vom griechischen Bios, Leben und graphien, schreiben, also Lebensbeschreibung, ist die ausführliche Darstellung des Lebens eines Menschen. Diese Darstellung umfasst sowohl die äußere Geschichte, wie die innere intellektuelle und sittliche Entwicklung dieses einzelnen Menschen. Sie unterscheidet sich darum vom bloßen Lebenslauf (curriculum vitae), der nur die Hauptstationen eines Lebens aneinanderreiht.“

Anhand dieser Definition wird deutlich, dass Biographiearbeit, also die Arbeit an der eigenen Lebensbeschreibung, die ganze Person mit ihren inneren Empfindungen und den äußeren Umständen umfasst. Dabei beschreibt der Mensch seine jetzige Lebenssituation und verfolgt seinen Weg vom Anfang der Erinnerungen bis heute zurück, um eine Ordnung der Vergangenheit herzustellen, die es ihm ermöglicht neue oder andere Wege in der Zukunft zu beschreiten. Durch diese Rückschau auf das eigene Leben wird ein Reflexionsprozess in Gang gesetzt, der den roten Faden unseres Lebensverlaufs aufrollt. Reflexion ist der Vorgang des "in sich Gehens", "über Erlebtes nachdenken“,  "etwas Revue passieren lassen", "zur Erkenntnis kommen":

  • Wie ist alles so geworden, wie es heute ist?
  • Was hat mich geprägt?
  • Warum reagiere ich immer so und nicht anders?
  • Welchen Zusammenhang gibt es zwischen meinem „Gestern“, meinem „Heute“ und   meiner „Zukunft“?

 

Oft stehen viele Ereignisse der Vergangenheit im Gedächtnis des Menschen verbindungslos nebeneinander. Durch das Niederschreiben der eigenen Biographie erinnern Sie sich an längst vergessene Dinge, an Menschen und Erlebnisse und dringen häufig zu Begebenheiten vor, die erst im Zusammenhang gesehen eine Erklärung für das eigene Handeln ergeben. Manche Verfasser einer Biographie befragen andere Menschen, die sie ein Stück des Lebenswegs begleitet haben nach ihren Erinnerungen und finden Verknüpfungen, die vorher nicht sichtbar waren.

 

Biographiearbeit ist Erinnern, Aufarbeiten, Verarbeiten und sie ist Lernen am eigenen Leben. Das Hinterfragen und das Verständnis für unseren Lebensweg, bedeutet Orientierung zu finden. Das Aufschreiben der Biographie ist eine bewusste Auseinandersetzung mit den Menschen die einem im Laufe der Zeit begegnet sind, mit wichtigen Stationen, mit den Umwegen, den Brüchen und Neuanfängen des eigenen Lebens. Man lernt für sich und sein Leben Verantwortung zu übernehmen, soziale Bedingungen zu erkennen und vor allem, eigene Antworten auf seine Lebensfragen zu finden. Häufig verändern sich während der Arbeit an der Biographie allmählich alte Standpunkte und Sichtweisen. Neue Lebenssituationen können aus einer anderen Perspektive heraus betrachtet werden, die Vielfalt der Handlungsmöglichkeiten nimmt zu.

 

Hierfür ist es unerlässlich die Erfahrungen aus der Vergangenheit in die Gegenwart zu holen, sie neu zu ordnen und neu zu interpretieren. Die Aufarbeitung der eigenen Biographie vermittelt dem Menschen Sicherheit, da er durch den Rückblick seinen jetzigen Standort festlegen und von dort aus kalkulierbare Schritte für die Zukunft planen kann. Aus der Vergangenheit stammen die Ereignisse, die den Menschen geprägt haben. Erst wenn der Mensch seine Vergangenheit annimmt und mit ihr im Einklang oder wenigstens in einem tragbaren Verhältnis lebt, kann er für seine Gegenwart und Zukunft angemessene Entscheidungen treffen.

 

Biographiearbeit ist oft sehr schmerzlich, da Sie häufig auf verdrängte oder verborgene und unangenehme Erinnerungen stoßen. Ein unbedingtes „Jetzt schreibe ich alles hintereinander weg!“ kann zur Überforderung führen. Auch bei der Biographiearbeit sollten Sie behutsam mit sich selbst umgehen und ihre Kräfte nicht überschätzen. Insbesondere traumatisierte Menschen sollten sich die Unterstützung durch andere sichern, durch die Familie, Freunde oder Therapeuten. Wenn wieder ein Stück eigene Biographie erarbeitet wurde, ist es auch hilfreich, vertrauten Menschen dieses „Lebensstück“ mitzuteilen und mit ihnen darüber zu reden. Nicht nur sich selbst verstehen Sie durch ihre Biographiearbeit besser, auch andere Menschen können Sie nun oft besser begreifen. Und häufig kommt es durch solche Gespräche zum Austausch von Biographien.

 

Beim Lesen fremder Biographien vergleichen Sie ihre eigenen Einstellungen und Haltungen mit denen anderer Menschen. Sie lernen Lösungen für Lebenssituationen kennen, die Ihnen selbst nicht eingefallen wären. Sie finden Parallelen und Bestätigungen dafür, dass andere Menschen in gleichen Situationen auch gleiche oder ähnliche Erfahrungen - wie Sie selbst - gemacht haben. Oft werden in fremden Biographien Erlebnisse beschrieben, die wir völlig vergessen oder verdrängt hatten, so dass erst durch den Bericht eines anderen Menschen die eigene Erinnerung wieder wach wird. Und man erkennt: „Ja, genau so war es auch bei mir!“ und der Fluss des eigenen Lebens, wird wieder eine Spur breiter und kräftiger. Die eigene Biographie kann um ein wichtiges, bis dahin verschüttetes Kapitel erweitert werden.

 

In Biographien anderer Menschen mit ähnlichen Schicksalen finden Sie manchmal die Bestätigung dafür, dass bestimmte Ereignisse tatsächlich stattgefunden haben, von denen Sie im Laufe der Jahre nicht mehr wussten, ob sie nicht der eigenen Phantasie entsprungen sind. Sie erhalten  Sicherheit und Selbstbestätigung und die wichtigste Erfahrung: Sie sind mit Ihrem Erlebten nicht alleine auf der Welt, es gibt Menschen mit ähnlicher Vergangenheit, gleichen Gefühlen, Empfindungen und Bedürfnissen.

 

Durch das Schreiben der eigenen Biographie und das Lesen fremder Biographien finden wir Unterstützung für uns selbst und wir geben anderen Menschen Unterstützung. Wir erhalten den Schlüssel zur Veränderung und zum selbstbewussten Gestalten unseres heutigen und zukünftigen Lebens.

 

 

Veränderung ist möglich – immer und überall.

Auch kleine Schritte bringen Fortschritt und entfalten Wirkungen – Wirkungen

die zu uns zurückfließen, auch aus Richtungen, aus denen wir es

manchmal nicht erwarten.

 

 

In diesem Sinne:  Wann beginnen Sie mit Ihrer Biographiearbeit?

 

 

 

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Zwei Tore

 

Durch eines werden wir geschoben,

durch eines können wir treten - gegensätzliche Tore?  vielleicht,

doch verbunden sind sie durch unsere Schritte.

Das eine heißt Schicksal, das andere Freiheit.

 

Das eine weist uns die Richtung zu gehen,

das andere erlaubt uns den Standort zu wählen;

und während wir gehen, dürfen wir wählen,

aber während wir wählen, müssen wir gehen.

 

Zwei Tore, zwei Welten, und Menschen an ihren Schwellen -

Pendler zwischen Schicksal und Freiheit?  Nicht ganz.

 

Denn das "Geschobenwerden" durch das Tor der Ohnmacht

lässt jenes hinter uns zurückbleiben,

das "Eintretendürfen" jedoch, durch das Tor der Entscheidung,

stellt dieses vor unser Angesicht.

 

So wandeln wir aufrecht, das Schicksal im Rücken,

                                                          der Freiheit entgegen ....

 

 

- Elisabeth S. Lukas -