Unfruchtbarkeit und Adoption

 

 

 

Unter den Literaturempfehlungen (2007) von Adoptionsvermittlungsstellen der Jugendämter für Adoptionsbewerber fand ich u.a. das Buch von Sabine Ulmer-Otto (1989)

 

„Die leere Wiege – Unfruchtbarkeit und ihre seelische Verarbeitung“.

 

Klappentext:

Immer mehr Paare – zwölf Prozent aller Ehen – bleiben heute ungewollt kinderlos. Nur in wenigen Fällen kann die moderne Reproduktionsmedizin helfen. Wie die meist langwierige medizinische Behandlung erlebt wird, wie der ständige Wechsel zwischen Hoffnung, Enttäuschung und Verzweiflung sich auf Körper und Seele und auf die Beziehung auswirkt, schildern diese Erfahrungsberichte von Frauen. Sie machen aber auch Mut: Die Auseinandersetzung mit der Unfruchtbarkeit kann persönliche Reifung bewirken und vorher nicht bewusste Lebensziele und –möglichkeiten erschließen.

 

 

 

 

 

Auf den Seiten 24/25 schreibt Frau Ulmer-Otto über „Die Akzeptanz der Kinderlosigkeit“

 

Über das Akzeptieren der Kinderlosigkeit führt der Weg aus der Depression. Langsam, ganz allmählich beginnen die Frauen sich mit der Möglichkeit zu befassen, dass sie unter Umständen niemals in ihrem Leben schwanger werden können. Sie beginnen, diesen Gedanken zuzulassen, ein Vorgang, der meist mit starker Trauer einhergeht.

 

Das Abschiednehmen von dem über Jahrzehnte, mitunter fast das ganze bisherige Leben bewusst oder unbewusst angestrebten Lebensziel, ein Kind zu bekommen, ist sehr schmerzhaft, und die Trauer darüber kann nur in kleinen Schüben zugelassen werden. Diese Zeit der Trauer ist bei jeder Frau unterschiedlich lang. Wenn es gelingt, in zunehmendem Maße mit anderen Menschen angstfrei über das Problem zu reden, so ist ein wesentlicher Schritt zur Akzeptanz der Kinderlosigkeit getan. Gelingt es schließlich, auf die Frage nach eigenen Kindern zu antworten: Ich oder wir bekommen keine Kinder, so sind die Frauen stolz, endlich ohne Tränenausbruch, ohne Gefühle des Verletztseins oder der Verbitterung auf diese Frage antworten zu können.

 

In diese Zeit fällt auch die Beschäftigung mit der Frage nach dem Schicksal, ob es für die jeweilige Frau vielleicht vorherbestimmt sei, ein Leben ohne Kinder zu führen, und ob sie sich einer anderen Lebensaufgabe zuzuwenden habe.

 

Durch das Problem der Unfruchtbarkeit erfahren die Betroffenen die Grenzen menschlicher Macht und Fähigkeit. In dieser Situation wird, häufig zum ersten Mal im Leben dieser Frauen, deutlich, dass sie nichts tun können, um ihr Ziel zu erreichen. Es nützt nichts, eine Leistung zu erbringen, eine Fähigkeit einzusetzen, Geld zu bezahlen, Macht auszuspielen oder was es sonst noch für Möglichkeiten gibt, Ziele, welcher Art auch immer, zu erreichen. In Bezug auf den Kinderwunsch ist alles nutzlos.

 

Durch die neuen Reproduktionstechniken scheinen die Möglichkeiten der aktiven Einflussnahme erweitert, aber bei den weitaus meisten Paaren ist die Manipulation erfolglos. Diese Paare erleben die Grenzen der Machbarkeit unmittelbar am eigenen Leib. In einer Gesellschaft, die leistungs- und profitorientiert ist, in der es zählt, sich anzustrengen und zu bemühen, stoßen die Frauen plötzlich an die Grenzen ihrer Einflussmöglichkeiten. Leistung ist unnütz geworden. Weder Geld noch gute Worte führen zum Ziel. Sie müssen sich eingestehen, dass sie ein Ziel nicht erreichen können. Es gilt, dieses Schicksal hinzunehmen, sich in das Unausweichliche zu fügen und das Leben auf diese Art anzunehmen. In der Gruppenarbeit zeigen sich drei unterschiedliche Wege, um das Leiden an der Kinderlosigkeit zu bewältigen:

 

 1.   Schwangerschaft

 2.   Eröffnung anderer, neuer Lebensperspektiven

 3.   Adoption

 

 

 

 

 

Adoption als Medizin gegen das Leiden an der Unfruchtbarkeit!

 

Selbstverständlich zum Wohle des Kindes!