Auswirkungen der Inkognitoadoption
in Hinblick auf das
Selbstverständnis der Adoptiveltern
Durch Inkognitoadoption werden Adoptiveltern in der Regel zu folgenden Selbsteinschätzungen bzw. Verhaltensweisen verleitet:
Inkognitoadoption verhindert bei Adoptiveltern eine realistische Einstellung zur wahren Natur von Adoption.
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Aus „Adoption – Betty Jean Lifton“ S. 250 u. 251
Wenn man adoptionswillige Eltern zu dem Glauben bringt, ihre Verwandtschaft mit dem Kind werde wie eine auf Abstammung beruhende sein, so ist das ein Betrug an ihnen, weil sie dies nie und nimmer erreichen können, egal, wie sehr sie das Kind lieben oder wie gut sie für es sorgen. Sie antizipieren eine Beziehung, die sie zu einem Kind haben würden, das sie selber in die Welt gesetzt haben, und da diese Erwartung ewig unerfüllt bleiben muss, ist Enttäuschung oder Bitterkeit unvermeidlich.
Gleichgültig, wie nahe Blutsverwandte einander stehen oder wie antagonistisch sie sind, sie ruhen sicher in ihrer biologischen Bindung. Die Gewissheit ihrer Verwandtschaft gibt ihnen ein Gefühl der Zugehörigkeit, die für sie so selbstverständlich ist wie die Luft, die sie atmen. Adoptierte wie Adoptiveltern hingegen wissen im Grunde ihrer Seele, dass „sie nicht mein sind“. Nach Meinung vieler Psychiater tragen Adoptiveltern als Gruppe den Makel der Unfruchtbarkeit und ihrer psychologischen Nachwirkungen.