Seelsorger

 

 

hello,

tja, ich hab schon sehr oft versucht, übers internet irgendwas rauszufinden, über meine leibliche mutter… wohnort oder ähnliches. wusste aber bis jetzt nur den nachnamen von ihrem exmann und ihrer 1. tochter, ihren vornamen und die namen der jüngeren kinder.

jetzt hab ich tatsächlich - einfach durch eingabe ihres vornamens und des vornamens ihrer kleinen tochter - über google ihre adresse und ihren aktuellen nachnamen rausgefunden.

sie wohnt in einem ganz kleinen ort, ca. 1 1/2 stunden fahrzeit von mir. eintrag im telefonbuch gibts keinen, also anrufen geht nicht, das einzige was ich weiß sind eben name, adresse, und wo die kinder in die schule bzw. in den kindergarten gehen..... fühl mich irgendwie schon wie so eine wahnsinnige die fremde leute übers internet "verfolgt" ..

naja - die frage ist: was mach ich jetzt damit? einfach hinfahren, vorm haus spazieren gehen und warten, bis jemand rauskommt, mal heimlich beobachten? klingt total verrückt. und wär in dem kleinen dorf viel zu auffällig.. aber einfach anläuten.. .. ich weiß nicht.. brief schreiben wäre grundsätzlich ok, aber die wartezeit bis und ob antwort kommt würd ich nie aushalten, außerdem will ich nicht, dass das dann z.b. gleich ihr mann und so liest, ich will ja nur mal mit ihr kontakt haben..

keine ahnung was ich jetzt machen soll, bin grad etwas überwältigt von den ganzen infos, die ich plötzlich hab...??!!

habt ihr ideen?

 

danke! lg, sesa

 

 

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Hallo Sesa,

aus meinen eigenen Erfahrungen und denen anderer Herkunftsmütter heraus, würde ich Dir doch dazu raten, zunächst einmal einen Brief an Deine Mutter zu schicken. Wenn Du Interesse hast, kannst Du Dir ja mal die Tipps auf unserer Homepage unter „Suchen und Finden“ durchlesen. Oben auf der Seite gibt es einen Link „Tipps und Tricks“, der leitet Dich auf die Homepage eines Adoptierten, der seine Eltern wieder gefunden hat und er gibt auch Ratschläge zur Suche.

Viele Grüße

Brigitte (Mutter)

 

 

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Hallo Sesa,

vielleicht kannst Du Dich mit einem Seelsorger der zuständigen Kirchengemeinde des Ortes (kath. od. ev., je nachdem) in Verbindung setzen und ihn um Vermittlung bitten. Meiner Meinung nach ist das am Unverfänglichsten.

Viel Glück

Martina (Adoptivmutter)

 

 

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Martina (Adoptivmutter) schrieb:

Hallo Sesa,

vielleicht kannst Du Dich mit einem Seelsorger der zuständigen Kirchengemeinde des Ortes (kath. od. ev., je nachdem) in Verbindung setzen und ihn um Vermittlung bitten. Meiner Meinung nach ist das am Unverfänglichsten.

Viel Glück

Martina



Würde ich von abraten. Vielleicht ist es gerade dieser Seelsorger oder ein christlicher Verein, der die Adoption in Gang gesetzt hat, dann wäre genau dieser Weg der falsche.

Viele Grüße

Brigitte (Mutter)

 

 

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Würde gerade zuraten denn:

1. Ist es sehr sehr unwahrscheinlich, dass der evtl. an der Adoption beteiligte Pfarrer (wenn sie nicht über das Jugendamt lief) noch die gleiche Pfarrstelle innehat, weil doch alle paar Jahre ein Wechsel erfolgt,

2. Sollte wider Erwarten doch der gleiche Pfarrer von damals noch da sein, könnte er im Vorfeld schon etliche Informationen geben, die für eine Kontaktaufnahme wichtig sind.

Nur nicht aus der Fassung bringen lassen.

Martina (Adoptivmutter)

 

 

 

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hallo sesa,

wuerde dir - als adoptierte - empfehlen, den rat von herkunftsmuettern einzuholen!!!

ich empfehle dir auch, dir in dieser so wichtigen frage und phase deines lebens, den rat einer qualifiziert geschulten (in richtung adoptionsproblematik) jedoch vollkommen UNABHAENGIGEN psychologischen fachkraft einzuholen, um das zu besprechen, was in dir momentan vorgeht und ... WIE du am besten auf deine leibliche mutter zugehst!!! und wie du mit all dem am besten in deiner adoptiv-familie umgehst!

alles gute wuensche ich dir
margaretha rebecca (Adoptierte)

DIE WAHRHEIT IST DEM MENSCHEN ZUMUTBAR. Ingeborg Bachmann

 

 

 

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hallo sesa,

herkunftsmutter bin ich nicht...aber die frau eines herkunftsvaters...

versuche brieflichen kontakt aufzunehmen...wenn deine mutter den kontakt will...lass es langsam angehen...lass euch zeit.

möglicherweise hat sie familie...für die ist es anfangs mit sicherheit nicht einfach...
meine töchter und ich machen derzeit diese erfahrung...

ich drücke dir die daumen !

liebe grüße

lilo45 (Co-Adoptionsopfer)

 

 

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Entsprechend Martinas Vorschlag habe ich vor 2 Jahren einen Pfarrer telefonisch kontaktiert, der für die Gemeinde zuständig ist, in der mein leiblicher Vater seit über 45 Jahren lebt. Ich bat ihn zwar nicht um Hilfe, dafür erhielt ich allerdings die Information, dass mein H-Vater kein aktives Mitglied der Kirchengemeinde ist. Der Pfarrer wirkte auf mich eher unangenehm überrascht. Seine seelsorgerische Berufung hat er nicht gelebt und mir auch keine Hilfe angeboten.


Adoption ist eben ein, gerade durch die Kirche u.a. vermitteltes Tabu.

Ich rate, einen Brief zu schreiben, in dem du konkret benennst, welche Fragen dich zur Zeit bewegen und was du dir zunächst von deiner H-Mutter wünschst. Denke auch darüber nach, inwieweit deine Bedürfnisse zu Beginn realistisch erfüllt werden können. Wenn du selbst nicht sicher bist, ob du ein Treffen möchtest, dann bitte deine H-Mutter beispielsweise zunächst um ein Photo. Insofern verhinderst du, dass ihr euch sofort überfordert.

Enis (Adoptierte)