Unsere  Petition

 

Am 09.10.2007 habe ich die von einer Arbeitsgruppe, bestehend aus Adoptierten und Herkunftsmüttern, gemeinsam erstellte Petition an den Deutschen Bundestag – Petitionsausschuss online eingereicht.

http://itc.napier.ac.uk/e-Petition/bundestag/default.asp?PetitionID=3#starting

 

Neben der Erreichung der von uns genannten Ziele, wollen wir so auch eine öffentliche Diskussion über Adoption bewirken.

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1. Wortlaut der Petition
Ziel der Petition ist, die Adoptionsgesetzgebung dahingehend zu verändern, dass Menschenwürde und Menschenrechte aller Beteiligten gewahrt bleiben. Mit der Petition möchte der Petent erreichen, dass die Paragraphen 1741 bis 1766 des BGB und daraus folgend die weiteren Adoptionsgesetze entsprechend überarbeitet, geändert bzw. gestrichen werden.
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 2. Begründung für die Petition
 
Das Mindestalter des zu adoptierenden Kindes soll 12 Wochen betragen. Ist dieses Alter überschritten, muss ebenfalls eine 12 Wochen-Frist eingehalten werden. Während dieser Zeit müssen sich abgebende Eltern durch eine unabhängige Stelle beraten lassen. Hiermit soll erreicht werden, dass abgebende Eltern eine Beratungsbescheinigung vorzulegen haben, da sie meist aus einer Notsituation heraus handeln, ohne über die lebenslangen Folgen der Adoption für sich selbst und ihr Kind neutral aufgeklärt worden zu sein. Der Vorname des Kindes muss erhalten bleiben. Weitere Vornamen können hinzugefügt werden. Die Geburtsurkunde des Kindes darf nicht auf den Namen der Adoptiveltern abgeändert werden, sondern muss alle Elternteile beinhalten.
 
Der Petent fordert die Schaffung gesetzlicher Bestimmungen zur halboffenen und offenen Adoption. Analog zur Erwachsenen-Adoption sollen die Verwandtschaftsverhältnisse zur leiblichen Familie bestehen bleiben. Eine Inkognitoadoption darf ausschließlich nach richterlichem Beschluss in Notfällen durchgeführt werden, da jede Inkognito-Adoption einen massiven Eingriff in die Identität des Adoptierten bedeutet.
 
Adoptiveltern müssen verpflichtet werden, den Kindern ihre Abstammung mitzuteilen, damit das Recht auf Kenntnis der Abstammung ab dem 16. Lebensjahr auch für adoptierte Menschen Gültigkeit hat. Für Adoptionen, die vor Inkrafttreten dieser Gesetzesänderung durchgeführt wurden, wird ein lebenslanges Recht auf Adoptionsaufhebung, durch den Adoptierten, gefordert. Ab Volljährigkeit mögen diese Adoptierten selbst entscheiden, ob sie die rechtliche Stellung eines leiblichen Kindes der Annehmenden beibehalten, oder die rechtliche Stellung zu den leiblichen Eltern wieder aufleben lassen. Vom Inkognito betroffenen leiblichen Eltern, Großeltern, Geschwistern und Halbgeschwistern soll die Möglichkeit der Kontaktaufnahme zum volljährigen Adoptierten über das Jugendamt / die Adoptionsvermittlungsstelle, ohne vorherige Erlaubniseinholung bei den Adoptiveltern, gestattet sein.
 

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3. Anregungen zur öffentlichen Diskussion
 
Nach heutiger Gesetzeslage liegt es einzig im Ermessen der Annehmenden, sich an einer Öffnung des Inkognitos zu halten. Inkognito und Ausforschungsverbot können zur Verschleierung der Herkunft führen. Eine Beratung von Herkunftseltern durch Adoptionsvermittler ist unredlich. Die Unaufhebbarkeit einer Adoption wird gängigerweise damit begründet, dass Adoptierte anderen Kindern völlig gleichgestellt seien und diese ihren Eltern auch die Verwandtschaft nicht aufkündigen könnten. Dies ist unzutreffend, da Scheineheliche ihren Status nach Erlangung der Volljährigkeit anfechten können. Es widerspricht der Menschenwürde, dass die Adoptionsgesetze das Leben erwachsener Adoptierter in Gestalt lebenslänglich entmündigender Einschränkungen regulieren.
 

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Mit Datum vom 17.10.2007 erhielt ich folgendes Antwortschreiben des Petitionsausschusses:
 

Deutscher Bundestag

Petitionsausschuss

11011 Berlin, 17.10.2007

Platz der Republik 1

 

Pet 4-16-07-4033-028723

 

 

Betr.: Annahme als Kind

 

Bezug: Ihre öffentliche Petition vom 09.10.2007

 

 

Sehr geehrte Frau Bege,

 

für Ihr o.g. Schreiben danke ich Ihnen.

 

Dazu teile ich Ihnen mit, dass Ihre Eingabe nicht veröffentlicht wird, weil das Anliegen und dessen Darstellung für eine sachliche öffentliche Diskussion nicht geeignet sind.

 

Es ist deshalb vorgesehen, Ihre Eingabe als Petition ohne Einstellung ins Internet und öffentliche Diskussion zu behandeln.

 

Nach Prüfung Ihrer Zuschrift erhalten Sie unaufgefordert weitere Nachricht. Angesicht der Fülle der insgesamt eingehenden Petitionen und der in jedem Einzelfall erforderlichen sorgfältigen Prüfung bitte ich um Verständnis, dass die Behandlung ihrer Eingabe längere Zeit in Anspruch nehmen kann.

 

Bitte teilen Sei zwischenzeitliche Änderungen des Sachverhalts oder Ihrer Anschrift dem Petitionsausschuss unter dem angegebenen Aktenzeichen mit.

 

Personenbezogene Daten werden unter Wahrung des Datenschutzes gespeichert und verarbeitet.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Im Auftrag

 

(Christiane Kurth)

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Das ist nun die demokratisch legitimierte Vorgehensweise des Petitionsausschusses.

Mir zeigt das einmal mehr, wie sehr "... die andere Seite" von Adoption in unserer Gesellschaft ein Tabuthema ist und offensichtlich auch bleiben soll.

 

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Die Petition kann hier unterzeichnet werden:

 

http://www.petitionspot.com/petitions/adoption

 

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ich spreche aus der perspektive einer adoptierten: wem herkunft enteignet wird, der wird eben BERAUBT, und RAUB wird gemeinhin als KRIMINELLES VERHALTEN qualifiziert ...

ein MENSCH IST UND BLEIBT EBEN MENSCH, SEINE HERKUNFT GEHOERT NICHT NUR ZU IHM, SONDERN SIE GEHOERT IHM ... so sehen das auch die kindermenschenrechte vor ...

in der konsequenten ERSETZUNG der HERKUNFTSINDENTITAET durch eine X-BELIEBIGE ANDERE IDENTITAET setzt sich meinem dafuerhalten nach eine im wesentlichen patriarchale und - wissensmaessig auf der hoehe der zeit eben - technokratische interessenspolitik durch ...

noch was persoenliches aus eigener erfahrung: ERST DIE WIEDERGEWINNUNG VON HERKUNFT AUF SAEMTLICHEN EBENEN hat mich wieder gesünder gemacht ...

aber: bei adoptierten geht es ja letztlich darum, sie ihrer herkunft zu entkernen. ich erinnere mich hierbei an jene psycho"therapeutischen" bemuehungen, welche bei adoptierten "genetisch" bedingte emotionale etc. "altlasten" zu "ueberwinden" trachten (so wie beim klonen eben in eine entkernte eizelle das erbgut eines spenders eingepflanzt wird) ...


exempel: leihmutter traegt als biologischer brutkasten genetisch designtes, gecleartes ivf kind fuer sozial hochwertige eltern aus ... am handling all dieser situationen, an der entwicklung von "standards", die dann grossraeumig umgesetzt werden koennen -, wird dzt. gearbeitet ...


und "gekoedert" werden die "adoptierten" mit den "wunderbaren" "verhaeltnissen", in die sie hineingestellt werden ... (ein koeder, der ja auch bei nicht wenigen herkunfts-muettern eingesetzt wurde), fuer die sie zudem - in den augen der allermeisten - eine lebenslange dauerdankschuld abzugelten haben ... (grausig!!!, aber ich weiss schon, wovon ich rede) ...


und diszipliniert werden die adoptierten mit der gezielten aktivierung alter h-und-a-traumen ... ebenfalls ein leben lang ... (auch das grausig, aber auch hier weiss ich, wovon ich spreche ...)

wir adoptierte (inkl. herkunfts-eltern) sind doch lediglich das experimentiertfeld der familienplaner der zukunft, die einfach nach ihrem gutduenken zusammenfuegen wollen ... ziel: die genetisch-sozio-psycho-intellektuell "hygienisch" "gereinigte" gesellschaft ... und da ist "herkunft", die noch mit irgendwelchen anspruechen verknuepft ist, ja nur stoerend im wege, die muss dann einfach auf allen ebenen beseitigt werden, m.e. wenigstens ... ist eben nur meine eigene meinung ... die zukunft hat schon laengst begonnen!!!!!

DASS ES UEBERHAUPT DIESE PETITION GIBT, IST SENSATIONELL ...
DENN ES REDEN DIEJENIGEN, DIE ZUM SCHWEIGEN VERURTEILT WORDEN SIND DURCH ADOPTION bzw. DENEN ALLES ZERTRUEMMERT WURDE, WAS IHNEN GEHOERTE, NOCH BEVOR SIE DEN MUND AUFMACHEN KONNTEN ...
(und das ist doch nicht vorgesehen ...)

 


Margaretha Rebecca

 

"DIE WAHRHEIT IST DEM MENSCHEN ZUMUTBAR." Ingeborg Bachmann