Körper-an-Körper mit der Mutter
Diesen Vortrag hielt Luce Irigaray im Rahmen des 5. Kolloquiums zur psychischen Gesundheit, das am 30. und 31. Mai 1980 in Montreal stattfand. Luce Irigaray sprach zum Thema „Die Frauen und der Wahnsinn“.
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Ich möchte zu Beginn dem Organisationskomitee des Kolloquiums über Probleme psychischer Gesundheit dafür danken, dass es das Thema „Die Frauen und der Wahnsinn“ zum Thema dieses Treffens gemacht hat, das heißt, dazu beigetragen hat, das Schweigen über ein massives, viel zu oft im verborgenen gehaltenes Leider der Frauen zu durchbrechen.
Ich wundere mich – und ich wundere mich leider nicht!, aber ich würde mich gern weiterhin wundern -, dass so wenige praktizierende Männer hier sind, um zu hören, was die Frauen über ihren Wahnsinn zu sagen haben. Ihre Abwesenheit, obwohl sie in überwiegender Mehrheit die Ärzte dieser kranken Frauen sind, ist ein Symptom ihrer Praxis, insbesondere ihrer psychiatrischen Praxis.
Was die Frauen sagen, bedeutet ihnen offenbar wenig. Um zu wissen, was mit ihnen ist und welche Behandlung ihnen zu verordnen oder aufzuzwingen ist, genügen sie sich untereinander. Kein Bedarf, die Frauen selbst zu hören! Das erklärt zweifellos ihre Wahl der Therapie, über die heute Morgen gesprochen worden ist. Aber ich habe sooft gehört, wie Männer sich über geschlossene Veranstaltungen von Frauen aufregen, wie sie um jeden Preis in sie eindringen, sich zwischen die Frauen drängen wollen, dass ich ihre Abwesenheit heute für umso bedeutsamer halte.
Sie waren nicht ausgeschlossen von diesem Kolloquium, in dem überwiegend Frauen das Wort ergreifen. Wie kommt es also, dass ihre Neugier sie nicht, dieses eine Mal, dazu gebracht hat, zu kommen und zuzuhören? Es bleibt denjenigen von ihnen, die hier sind, überlassen zu begreifen, warum und wodurch sie eine Ausnahme bilden.
Sollte es sich bei dem, was die anderen, also die Mehrheit der Praktiker, zurückgehalten hat, um eine Frage von Macht handeln? Sie dominieren dieses Kolloquium nicht. Oder um eine Frage von Scham in Anbetracht der Statistiken, die heute Vormittag präsentiert wurden? Oder um Verachtung? Das Kolloquium ist von Frauen für Frauen organisiert. Handelt es sich um sexuelle Indifferenz? Ich lasse die Interpretation offen.
Diese Abwesenheit ist jedenfalls für sich allein schon eine Erklärung für den Wahnsinn der Frauen: ihre Rede wird nicht gehört. Was sie sagen, hat kein Bürgerrecht in der Ausarbeitung der Diagnosen, der therapeutischen Entscheidungen, die sie selbst betreffen. Die seriösen wissenschaftlichen Diskurse und Praktiken bleiben das Privileg der Männer. In der Bestimmung des Politischen im Allgemeinen und des ganz Privaten in unserem Dasein als Frauen. Überall, in allem, bestimmen ihre Diskurse, ihre Werte, ihre Träume und ihr Begehren das Gesetz. Überall und in allem definieren sie die soziale Funktion und Rolle der Frauen, ja sogar schon die sexuelle Identität, die sie haben oder nicht haben dürfen. Sie wissen. Sie haben Zugang zur Wahrheit. Wir nicht. Manchmal vielleicht zur Fiktion.
Wie mir ein besonders „ehrlicher“ Freund vor kurzem gestand – nicht ohne sich über diese Entdeckung bei sich selbst zu wundern - : „Es stimmt, ich habe immer gedacht, dass alle Frauen verrückt seien.“ Und er fügte hinzu: „Zweifellos wollte ich mir auf diese Weise die Frage nach meiner eigenen Verrücktheit ersparen.“
Das Problem stellt sich tatsächlich auf diese Weise. Jedes Geschlecht hat einen Bezug zum Wahnsinn. Jedes Begehren hat einen Bezug zum Wahnsinn. Aber anscheinend hält sich ein Begehren für die Weisheit, das Maß und die Wahrheit und überlässt dem anderen Geschlecht die ganze Bürde des Wahnsinns, die es selbst nicht sehen oder tragen will.
Dieser Bezug des Begehrens zum Wahnsinn ist auf besondere Weise in der Beziehung zur Mutter angelegt. Beim Mann ebenso wie bei der Frau. Aber sehr oft entzieht sich der Mann dieser Beziehung und lastet sie der Frau auf – den Frauen.
Ein Bezug zum Wahnsinn liegt in diesem Begehren, in dieser Beziehung zur Mutter, denn sie ist der „dark continent“ par excellence. Sie liegt im Schatten unserer Kultur, ist ihre Nachtseite, ihre Unterwelt. Und die Männer können ihr keineswegs leichter (eher weniger leicht) entkommen als die Frauen. Und wenn heute eine solche Polarisierung in den Fragen von Schwangerschaft und Abtreibung besteht, so mitunter deshalb, weil man der Fragen entgehen will: Was ist mit der imaginären und symbolischen Beziehungen zur Mutter, der Mutter-Frau; was ist mit der Frau außerhalb ihrer sozialen und materiellen Rolle als Reproduzentin von Kindern, als Ernährerin, als Reproduzentin von Arbeitskraft? Es ist eine Funktion, die die gesamte soziale Ordnung durchzieht, und auch die Ordnung des Begehrens, die aber immer auf einer bestimmten Ebene der Bedürfnisbefriedigung gehalten wird. In der Befriedigung individueller und sozialer Bedürfnisse wird das, was darin an weiblichem und mütterlichem Vermögen enthalten ist, häufig ausgetrieben, vor allem was das Begehren angeht.
Das Begehren von ihr, ihr Begehren, das ist es, was das Gesetz des Vaters untersagen soll – das Gesetz aller Väter: Väter der Familien, Väter von Nationen, Väter-Ärzte, Väter-Professoren; moralische und unmoralische Väter. Immer intervenieren sie, ganz im Sinne des „gesunden Menschenverstandes“, um das Begehren der Mutter zu zensurieren, zu verdrängen.
Vielleicht sind wir an einen Punkt der Geschichte angekommen, an dem sich die Frage nach der Herrschaftsausübung durch die Väter nicht mehr vermeiden lässt. Ein Moment, der durch mehrere Ursachen determiniert – oder unterstützt – wird: die Empfängnisverhütung und die Abtreibung stellen die Frage nach dem Sinn der Mutterschaft, und die Frauen (vor allem infolge ihres Einritts in den Produktionszusammenhang und aufgrund ihrer Erfahrungen dort) sind auf der Suche nach ihrer sexuellen Identität und beginnen, aus dem Schweigen auszubrechen.
Sei dieser Zeit wird deutlich, in den alltäglichsten Fakten ebenso wie im Gesamtzusammenhang unserer Gesellschaft und unserer Kultur, dass ihrem Funktionieren ein Muttermord zugrund liegt. Wenn Freud, insbesondere in „Totem und Tabu“ den Mord an dem Vater, dem Gründer der Urhorde, beschreibt und theoretisiert, vergisst er einen archaischeren Mord, den Mord an der Frau-Mutter, erzwungen durch die Errichtung einer bestimmten Ordnung in der Stadt.
Von einigen Zusätzen abgesehen, funktioniert unser Imaginäres immer noch nach dem Schema der griechischen Mythologien und Tragödien. Ich greife daher das Beispiel des Mordes an Klytaimnestra aus der Orestie heraus. Klytaimnestra fügte sich zweifellos nicht in das Bild der Jungfrau-Mutter, das man uns seit Jahrhunderten anbietet. Sie ist noch eine leidenschaftliche Liebende. Sie geht bis zum Verbrechen aus Leidenschaft, sie tötet ihren Ehemann. Aber warum?
Die Opferung der Iphigenie
Bertholet Flemalle (1641-1675), Le sacrifice d'Iphigénie
Jahre über Jahre war er in der Fremde, nachdem er, zusammen mit anderen Männern, aufgebrochen war, um die schöne Helena zurück zu gewinnen. In offener Rivalität, unter Männern. Für das gute Gelingen seines militärischen Liebesfeldzuges ließ er Iphigenie, seine und Klytaimnestras heranwachsende Tochter, opfern. Er kehrt zurück mit einer anderen Frau, zweifellos seiner x-ten Mätresse.
Auch Klytaimnestra hat sich, wie man sagt, einen Liebhaber genommen. Aber sie war unendlich lange Zeit ohne jegliche Nachricht und glaubte ihren Mann daher tot. Dann aber tötet sie den ruhmbedeckt mit seiner Geliebten heimkehrenden Agamemnon. Sie tötet ihn aus Eifersucht, auch aus Angst vielleicht, und weil sie so lange unbefriedigt und frustriert geblieben ist.
Aber die Ordnung will es, dass sie ihrerseits von ihrem Sohn getötet wird. Von ihrem Sohn, der durch das Orakel Apolls, des Lieblingssohns von Zeus, dem Gott-Vater, inspiriert ist. Orest tötet seine Mutter, weil es die Vorherrschaft des Gott-Vaters und dessen Aneignung der archaischen Potenzen der Mutter-Erde fordert. Er tötet seine Mutter und verfällt darüber dem Wahnsinn, ebenso wie seine Schwester Elektra. Aber Elektra, die Tochter, wird wahnsinnig bleiben. Der muttermörderische Sohn hingegen soll aus dem Wahnsinn errettet werden, um die patriarchalische Ordnung zu begründen. Der schöne Apoll, Liebhaber eher von Männern als von Frauen, narzisstischer Liebhaber männlicher Körper und männlicher Rede, ein Liebhaber, der ebenso wenig „Liebe macht“ wie seine Schwester Athena, dieser Apoll hilft Orest aus seinem Wahnsinn heraus.
Die Geburt der Athena
Dieser Wahnsinn wird übrigens von einer Schar rasender Frauen repräsentiert, die ihn überall verfolgen und heimsuchen, gleich gespenstischen Phantomen seiner Mutter: die Erinnyen.
Frauen, die nach Rache schreien, empörte Frauen, die gemeinsam den mörderischen Sohn der Mutter jagen. Kurz, Frauen im Kampf. Gewissermaßen aufrührerische Hysterikerinnen, die sich gegen die patriarchalische Macht erheben, die in diesem Moment beginnt, sich zu installieren.
Das alles ist, wie Sie sehen, von außerordentlicher Aktualität. Die Mythologie hat sich nicht verändert, all das findet noch immer statt. So wie auch hier und da noch immer dienstbare Athenen auftauchen, hervorgegangen einzig und allein aus dem Kopf des Vater-Königs, die ganz und gar in seinem Dienst oder im Dienst der jeweiligen Machthaber stehen und die die kämpfenden Frauen unter ihrem Heiligtum einkerkern, damit sie die Ordnung der Familien, die Ordnung der Stadt, die Ordnung überhaupt, nicht stören. Diesen Athenen im Dienst, perfekte Modelle der Weiblichkeit, immer von Kopf bis Fuß verhüllt und maskiert und sehr würdevoll. Sie werden sie an folgendem Merkmal erkennen: Sie sind außerordentlich verführerisch (was nicht unbedingt heißt, dass sie auch verführen), sie sind also außerordentlich verführerisch, aber lieben, Liebe zu machen, interessiert sie nicht.
Pallas Athene

The WAAC adopted Pallas Athene, Greek goddess of victory and womanly virtue, wise in peace and in the arts of war, as its symbol. Pallas Athene and the traditional "U.S." were worn as lapel insignia.

This statue was commissioned in 1992 to commemorate the 50th Anniversary of women in the Army. It stood in the garden at the WAC Museum in Alabama until it was transported in the move to the U.S. Army Women's Museum at Fort Lee.
Der Mord an der Mutter endet also mit der Straffreiheit des Sohnes, mit der Einkerkerung des Wahnsinns der Frauen unter der Erde – oder der Einkerkerung der Frauen im Wahnsinn -, mit dem Aufstieg des Bildes der jungfräulichen Göttin, die dem Gesetz des Vaters gehorcht. Und wenn später Ödipus seine Mutter lieben wird, wird ihm das tatsächlich zunächst, wenn man so sagen kann, keinerlei Schaden zufügen. Er wird dagegen blind oder wahnsinnig werden, sobald er erfährt, dass es seine Mutter war. Seine Mutter, die er nach seiner Mythologie bereits getötet hat.
Das ist eine mögliche Interpretation, die aber nie gegeben wurde. Das Geschehen ist immer auf das missbräuchliche Einnehmen der Stelle des Vaters, auf den symbolischen Mord an dem Vater bezogen worden. Aber zweifellos re-aktualisiert Ödipus den Wahnsinn des Orest. Er hat Angst vor seiner Mutter, sobald sie sich als seine Mutter enthüllt. Sein ursprüngliches Verbrechen kommt ihm als Echo zurück. Er fürchtet und verabscheut seine Tat und auch diejenige, die das Objekt war. Er hat überdies das Gesetz des Vaters übertreten, aber ich möchte sagen, erst sekundär.
Aber gründet nicht jede analytisch inspirierte Theorie und Praxis auf der Ambivalenz des Ödipus gegenüber seinem Vater? Eine Ambivalenz, in der es um die Mutter geht, die aber rückwirkend auf die archaische Beziehung zum Körper der Mutter projiziert wird. Sicher, wenn die Psychoanalyse sich mit dem Triebleben beschäftigt, spricht sie von der Brust der Mutter, von der Milch, die sie uns gibt, von den Faeces (Kot), die sie entgegennimmt – ein Geschenk, für das sie sich mehr oder minder interessiert -, und sogar, allerdings zu wenig, von ihrem Blick und von ihrer Stimme. Aber unterliegt dieses ganze Körper-an-Körper-Geschehen, das nicht ohne Schwierigkeiten abgeht, in Wirklichkeit nicht bereits einem post-ödipalen Phantasma? Wird es nicht von Ödipus ausgehend rückprojiziert? Ist die Mutter nicht bereits durch den ödipalen Hass in Stücke zerrissen, wenn sie auf diese Weise in Phasen unterteilt wird, wobei jeder Teil ihres Körpers zunächst besetzt, dann – um erwachsen zu werden – die Besetzung abgezogen werden soll? Und wenn Freud von dem Zerreißen des Vaters durch die Söhne der Urhorde spricht, vergisst er nicht, in aller Verleugnung und Verkennung, diejenige, die zwischen Sohn und Vater, zwischen den Söhnen zerrissen worden ist?
Eine Beziehung von „Partialtrieben“ also, die sich auf den Körper richten, der sie ganz und ungeteilt zur Welt gebracht hat. Der Genitaltrieb ist es, der dem phallischen Penis dazu verhilft, der Mutter die Macht des Erzeugens, des Nährens, des Zentrierens zu entreißen. Wobei sich der Phallus dort aufrichtet, wo die Nabelschnur war? Zum Organisator der Welt des Mannes-Vaters wird, dort wo die Nabelschnur – die ursprüngliche Verbindung zur Mutter – dem Körper des Mannes und der Frau das Leben gibt. In einer ursprünglichen Matrix, der Nährmutter, dem Fruchtwasser: einer ersten Umhüllung, in der das Kind sich und die Mutter ganz als Ganzes erfährt. Wo Mutter und Kind, natürlich in einer nicht symmetrischen Beziehung, miteinander verbunden sind, vor jeder Teilung und Zerstückelung.
Diese erste Zeit – die übrigens im dunklen liegt – wird von den Psychoanalytikern kaum wahrgenommen: sie sagen „Fötale Regression“, über die es nicht viel zu sagen gäbe. Ein planes Verbot.
Es bestünde da die Gefahr der Fusion, des letalen Schlafes, wenn der Vater nicht hinzukäme, um dieses zu enge Band zu der ursprünglichen Matrix zu durchtrennen. Und die Matrix seiner Sprache an ihre Stelle setzte. Aber sein Gesetz verwirft, schließt diesen ersten Körper aus, diese erste Behausung, diese erste Liebe. Es opfert ihn, um daraus den Stoff für seine Sprache und seine Herrschaft zu machen.
Und wenn dem Kind der Eigenname gegeben wird, tritt er immer an die Stelle des schon vorhandenen unauslöschlichen Mals der Geburt: des Nabels. Der Eigenname und sogar schon der Vorname stehen immer in einer Diskrepanz zu dieser irreduziblen Identitätsmarkierung: der Narbe aus der Durchtrennung der Nabelschnur. Der Eigenname und auch der Vorname gleiten auf dem Körper wie Umschalungen, Teile der Identität – auf dem Körper – äußerlich.
Der Psychoanalytiker aber, gleichgültig welchen Gebrauch er von dem Gesetz, dem Symbolischen, von der Sprache und dem Eigennamen (dem Namen des Vaters) macht, in seiner Praxis hält er sich, jedenfalls im Allgemeinen, hinter dem Analysanden auf, so wie die Mutter, zu der man sich nicht umwenden darf. Man soll vorankommen, voranschreiten, fortgehen, indem man sie vergisst. Und wenn der Patient sich umdrehen würde, vielleicht wäre sie dann verschwunden? Vielleicht hätte er sie vernichtet? So wie Orpheus, der, indem er sich umwendet, Eurydike in die Unterwelt zurückschickt.
Sie soziale Ordnung, unsere Kultur, die Psychoanalyse selbst wollen es so: Die Mutter muss verboten bleiben. Der Vater untersagt das Körper-an-Körper-Sein mit der Mutter.
Aber ich hätte Lust hinzuzufügen: Wenn es wenigstens so wäre! Wir wären so viel glücklicher und in Frieden mit unserem Körper, nach dem die Männer ein so großes Verlangen haben, um ihrer Libido Nahrung zu geben. Denn wie streng das Verbot auch sein mag, bestimmte Dinge verhindert es nicht. Aber wo ist, für uns, das Imaginäre und das Symbolische des Intrauterinen, des ersten Körper-an-Körper-Daseins mit der Mutter angesiedelt? Welcher Nacht, welchem Wahn sind sie überlassen? Und die Beziehung zur Plazenta, dieser ersten Behausung, die uns umgibt und deren Widerschein wir überall mit uns tragen, gleich einem Urvertrauen, gewonnen in frühester Zeit. Wie repräsentiert sie sich in unserer Kultur?
Läuft man nicht, wenn keine bestimmte Figuration davon existiert, immer wieder Gefahr, die ursprüngliche Gebärmutter zu re-integrieren? Zuflucht zu suchen in jedem offenen Körper? Ständig im Körper der anderen Frauen zu wohnen und zu nisten?
So erscheint die Öffnung der Mutter, sogar die Öffnung zur Mutter als Bedrohung, als Gefahr von Ansteckung, von Krankheit, als Abgrund, der in die Krankheit, zum Wahnsinn führt. Offensichtlich gibt es da nichts, was es erlauben würde, sicheren Schritts voranzuschreiten. Keine Jakobsleiter, um zur Mutter zurückzukehren! Die Jakobsleiter steigt immer zum Himmel auf, zu Gott-Vater, dem Retter.
Und wer könnte auch an die Unschuld dieser Mutterbindung glauben, da doch das Verbrechen, das gegen sie verübt und fortgesetzt wurde, zu demjenigen zurückkehrt, der versucht, sich wieder mit ihr zu verbinden?
Die Mutter ist zu einem verschlingenden Monstrum geworden, in Umkehrung der blinden Konsumption ihrer selbst, die das Kind in ihrem Bauch betreibt. Ihr Mund, ihre Brüste, ihr Bauch dehnen und weiten sich durch die verzehrende Arbeit der Schwangerschaft und der Geburt, die keine Einschränkung kennen. Ausgenommen den Mord, um den Genuss zu vergessen?
Der unveränderliche Charakter dessen, was man in den analytischen Therapien „Oralität“ nennt, der grenzenlose Durst, der Wunsch von ihr, der Mutter, bis zum Bersten gefüllt zu werden, wovon man uns so viel erzählt und was bestimmte Kuren unmöglich machen soll, dieser Schlundcharakter eines Säuglingsmundes – und auch des weiblichen Geschlechts – ist er nicht bereits vom ödipalen Hass aus gedacht und phantasiert? Es gibt keinen vernünftigen Grund anzunehmen, dass der Hunger eines Kindes oder der sexuelle Appetit einer Frau unstillbar wären. Alles beweist das Gegenteil. Aber diese Mundöffnung des Kindes wird zum Abgrund, wenn der Aufenthalt in utero zensiert wird und wenn die Narbe, die die Trennung von dieser Behausung, dieser ersten Amme, hinterlässt ungedacht und uninterpretiert bleibt. Beinhaltet das, was das Kind von der Mutterbrust begeht, nicht das Verlangen, „alles“ zu bekommen? Alles, was es im Bauch seiner Mutter bekommen hat: das Leben, das Haus – dasjenige, in dem es wohnt und das seines Körpers -, die Nahrung, die Wärme, die Bewegung etc. Dieses „alles“ verlagert sich in die orale Gier, statt in seinem Raum, in seiner Zeit angesiedelt zu werden, und in der Trennung davon. Die unheilbare und irreparable Wunde ist diejenige, die die Durchtrennung der Verbindung durch die Nabelschnur hinterlässt. Wenn der Vater oder die Mutter Ödipus mit dem Messer oder der Schere drohen, vergessen sie, dass die Schnur bereits zerschnitten ist und dass es genügt, das zur Kenntnis zu nehmen.
Das Problem liegt darin, dass der Vater, der der Mutter die Zeugungsmacht verweigert und der der alleinige „Vater“ sein will, dass er der körperlich-sinnlichen archaischen Welt ein Sprachuniversum überstülpt, das in dieser nicht verwurzelt ist, es sei denn wie in einem Loch im Zentrum des Bauches. Eine Art Pfahl oder Baum, eingelassen in die Erde, der in jeder religiösen Tradition den geheiligten Raum eingrenzt. Ein Ort, der Schutz gewährt und an dem sich das Volk (der Männer?) versammeln kann, aber ein Opferort, ein Ort der seinen Ursprung in dem Opfer hat, das ihn zu einem geheiligten Ort gemacht hat.
Es ist die Fruchtbarkeit der Erde, die geopfert worden ist, um den kulturellen Horizont der Vater-Sprache (die zu Unrecht Mutter-Sprache genannt wird) einzugrenzen. Aber das wird nicht ausgesprochen. Die vergessene Narbe des Nabels entspräche dem Loch im Spinnennetz der Sprache. Ein Netz, das man über die mütterliche Macht, die phallische Mutter werfen oder zurückwerfen will. Aber wenn es auf diese Weise auf sie zurückprojiziert wird, gleicht es einem Schutz- oder Abwehrgitter, das vom Mann-Vater auf die Abgründe eines stummen und bedrohlichen, bedrohlich weil stummen Bauches projiziert wird.
Die Gebärmutter, die nicht als Ort des ersten Aufenthalts gedacht wird, als Stätte, wo man Körper wird, wird als verschlingender Mund phantasiert, als Kloake oder als anales oder urethrales Auslauf-Loch, als phallischer Herrschaftsbereich oder bestenfalls als Reproduzentin. Die Gebärmutter, mit der, in einem immer stumm bleibenden Imaginären, das ganze Geschlecht der Frau verschmilzt. Es existieren keine Worte, um über das Geschlecht der Frau, von ihm zu sprechen, es sei denn schmutzige. Daher die entsprechenden Affekte, die Angst, die Phobie, die Abscheu und das Grauen vor der Kastration, die bei der Rückkehr zu dem, was immer geleugnet, verleugnet, in und für die Konstruktion der symbolischen väterlichen Welt geopfert worden ist, zweifellos erfahren werden.
Könnte die Kastrationsangst nicht die unbewußte Wiedererinnerung an das Opfer sein, das die phallische Erektion als einzigen sexuellen Wert sanktioniert? Der Name des Vaters allein scheint als Bürgschaft nicht auszureichen, um das Geschlecht des Sohnes aufrecht zu halten. Und es ist nicht, wie uns die Psychoanalyse in einer Art Glauben an die Tradition und an die patriarchalische Tradition glauben macht, der Vatermord, der die phallische Erektion stützt und bedroht.
Es sei denn – aber das bleibt bis heute ungedacht – der Wunsch den Vater zu töten, entspräche nicht dem Wunsch, seinen Platz einzunehmen, nicht einem mit ihm rivalisierenden oder konkurrierenden Begehren, sondern dem Wunsch, denjenigen zu beseitigen, der eigenmächtig das Band zur Mutter durchtrennt hat, um sich selbst Macht anzueignen.
Die nicht-allmächtige phallische Erektion wäre dann die männliche Version der Nabelschnur. Sie würde, wenn sie das Leben der Mutter respektiert – der Mutter in jeder Frau, der Frau in jeder Mutter – die lebendige Verbindung zu ihr wiederholen. Wo die Nabelschnur war, wäre der Penis, der den Körper wieder verbindet, lebendig macht, durchtränkt und neu zentriert, indem er in der Ejakulation und in der Detumeszenz (Abschwellung) das ursprüngliche Ausströmen und die ursprüngliche Narbe in Erinnerung ruft, die, für den Mann und für die Frau, den Übergang vom intrauterinen Dasein zur Geburt markieren.
Für die Frau gäbe es nichts zu beneiden an dem Penis, der mit ihr die Szene der Empfängnis, der Schwangerschaft und der Geburt wiederholt. Es gäbe kein Privileg für das eine oder das andere Geschlecht, sondern nur ein doppeltes Zur-Welt-Kommen durch das in dem (Wieder)-Erkennen der Lust des einen und des anderen. Eine doppelte Trennung, eine doppelte Narbe. Nicht die gleiche allerdings: innerlich (und auch äußerlich, da auch sie geboren wird) für die Frau, äußerlich für den Mann. Die Loslösung ist für beide verschieden. Während er sich entfernt und sie verlässt, indem er sich aus ihrem Körper zurückzieht, wird sie als diejenige erlebt, die der Erektion ein Ende setzt, indem sie seine Lust freisetzt.
Was nützen uns, uns Frauen, all diese Beschreibungen? Vielleicht sind manche von Ihnen erstaunt, dass ich die Dinge über diesen Umweg angehe. Aber all das zu begreifen und zu interpretieren, bedeutet zugleich, uns aus einer Wahn-Welt zu befreien, die in Wirklichkeit nicht die unsere ist. Aus einer Angst vor der Nacht, vor dem nicht Identifizierbaren, vor dem ursprünglichen Mord, der eine Kultur stiftet, die nicht die unsere ist. Ich denke, dass es sehr wichtig ist, sich das bewusst zu machen, weil wir wieder und wieder in diese Projektion hineinversetzt werden. Und weil wir immer wieder von diesen Phantasien, dieser Ambivalenz ergriffen und gefangen werden, von diesem Wahn, der nicht der unsere ist, es sei denn, wir beteiligen uns daran. Also wenden wir uns dem unsrigen zu und überlassen den Männern den ihren!
Was uns betrifft so halte ich es für wichtig, dass wir ablehnen uns einer abstrakten Reproduktionsfunktion und einer entsubjektivierten sozialen Rolle zu unterwerfen: der von einer bestimmten Ordnung geforderten, der Arbeitsteilung – Produzent-Reproduzentin – unterworfenen gesellschaftlichen Mutterrolle, die uns an eine einzige Funktion fesselt. Hat man jemals von den Vätern verlangt, darauf zu verzichten, Männer zu sein? Wir brauchen nicht darauf zu verzichten, Frauen zu sein, um Mütter zu sein.
Ein weiterer Punkt, und ich werde mehrere nennen, um die Diskussion zwischen uns zu beginnen oder einzuleiten: Es ist auch wichtig, dass wir entdecken und daran festhalten, dass wir als Frauen immer Mütter sind. Wir bringen andere Dinge als nur Kinder zur Welt, wir erzeugen und erschaffen anderes als Kinder: Liebe, Begehren, Sprache, Kunst, Soziales, Politisches, Religiöses etc. Aber dieses Schaffen und Erzeugen ist uns jahrhundertelang untersagt worden, und wir müssen uns diese mütterliche Dimension, die uns als Frauen zusteht, neu aneignen.
Die Frage, ob man Kinder haben will oder nicht, sollte, damit sie sich nicht in traumatisierender oder pathologischer Form stellt, immer vor den Hintergrund eines anderen Erzeugens gestellt werden: eines Erzeugens oder Schaffens von Imaginärem und Symbolischem (wenn man diese Worte gebrauchen will). Den Frauen und ihren Kindern würde es dadurch unendlich viel besser gehen.
Ein anderer Punkt, den wir zu achten haben, ist, und das ist wichtig, die Mutter, die zu Anfang unserer Kultur geopfert worden ist, nicht noch einmal zu töten. Es geht darum, dieser Mutter, unserer Mutter in uns und unter uns, das Leben zu geben. Nicht zu akzeptieren, dass ihr Begehren durch das Gesetz des Vaters ausgelöscht wird. Ihr ein Recht auf Lust, auf Lusterfüllung, auf Leidenschaft zu geben. Das Recht zu reden und, warum nicht, manchmal zu schreien, das Recht auf ihren Zorn.
Wir müssen auch Worte finden, sie wieder finden, erfinden, entdecken, die diese zugleich archaische und aktuelle Beziehung zum Körper der Mutter, zu unserem Körper ausdrücken, die Sätze, die die Beziehung zwischen ihrem Körper, dem unseren, dem unserer Töchter zum Ausdruck bringen. Eine Sprache, die sich nicht an die Stelle dieses Körper-an-Körper-Seins setzt, wie es die Sprache des Vaters tut, sondern eine Sprache, die es begleitet, Worte, die das Körperliche nicht ausstreichen, sondern die „körperlich“ sprechen.
Es ist wichtig, dass wir unsere Körper pflegen und schützen, gerade dann, wenn wir sie aus dem Schweigen und aus der Unterwerfung befreien. Historisch gesehen sind wir Hüterinnen des Körperlichen. Wir sollten diese Aufgabe nicht aufgeben, sondern sie für uns selbst in Anspruch nehmen und die Männer auffordern, aus uns nicht „ihren Körper“, nicht das Unterpfand für ihre Körper zu machen. Ihre Libido braucht oft irgendeine Frau-Mutter, die ihren Körper behütet. Aus diesem Grund ist für sie eine Frau zu Hause so notwendig, selbst wenn sie anderswo eine Geliebte haben. Das ist ein sehr wichtiges Problem, auch wenn es banal erscheint.
Es wäre also wichtig für uns, in der Liebe zu sprechen. Es ist ebenfalls wichtig, beim Stillen und Füttern eines Kindes zu sprechen, damit es nicht als gewalttätiges Stopfen, als Vergewaltigung erlebt wird. Es ist wichtig, beim Liebkosen eines anderen Körpers zu sprechen. Das Schweigen ist umso lebendiger, wenn das Wort existiert. Wir sollten nicht Hüterinnen der Stummhit, einer tödlichen Stummheit sein.
Ich halte es auch für notwendig – um nicht Komplizinnen am Mord an der Mutter zu werden – eine Genealogie, eine Verwandtschaftsfolge von Frauen aufzuzeigen: schließlich haben wir eine Mutter, eine Großmutter, eine Urgroßmutter, Tochter. Aber da wir in die Familie des Vater-Mannes verbannt werden (wenn ich das so sagen darf), vergessen wir diese weibliche Linie allzu häufig; wir werden sogar dazu gebracht, sie zu verleugnen. Versuchen wir, unsere Position so zu bestimmen, dass wir unsere Identität in dieser weiblichen Genealogie wieder finden und bewahren. Vergessen wir auch nicht, dass wir bereits eine Geschichte haben, dass bestimmte Frauen in der Geschichte bestanden haben, auch wenn das schwer war, und dass wir sie zu oft vergessen.
Gleichzeitig und innerhalb all dieser Aufgaben (aber es geht ja auch nicht darum, eins vor oder nach dem anderen zu tun) müssen wir unsere sexuelle Identität entdecken, das heißt, die Besonderheit unserer Autoerotik, unseres Narzissmus, die Besonderheit unserer Homosexualität. Ohne zu vergessen, dass die Frauen, da ja der erste Körper, mit dem sie zu tun haben, ein Frauenkörper ist, die erste Liebe eine mütterliche Liebe ist, dass daher die Frauen – es sei denn, sie verzichten auf ihr Begehren – immer in einer bestimmten archaischen und primären Beziehung zu dem, was man Homo-Sexualität nennt, sind. Während die Männer normalerweise in ihrer Hetero-Sexualität wären, da das erste Objekt ihrer Liebe und ihres Begehrens ein Frauenkörper ist. Bei den Frauen richten sich das Begehren und die Liebe der ersten Beziehung auf den Körper einer Frau. Und wenn die analytische Theorie sagt, dass das kleine Mädchen die Lieber seiner und zu seiner Mutter, das Begehren seiner Mutter und nach seiner Mutter aufgeben muss, um in das Begehren des Vaters einzutreten, so unterwirft sie die Frau einer normativen Sexualität, die in unseren Gesellschaften üblich, aber vollkommen pathogen und pathologisch ist. Weder das kleine Mädchen noch die Frau brauchen die Liebe zu ihrer Mutter aufzugeben.
Versuchen wir auch, die Besonderheit unserer Liebe zu den anderen Frauen zu entdecken. Das, was (aber ich liebe diese etikettierenden Worte nicht) unter vielen Anführungszeichen „sekundäre Homosexualität“ genannt werden könnte. Ich versuche hier lediglich, eine Differenz zwischen der archaischen Liebe zur Mutter und der Liebe zu den anderen Frauen-Schwestern zu bezeichnen. Diese Liebe ist notwendig, damit wir nicht weiterhin Dienerinnen des phallischen Kults oder Gebrauchs- und Tauschobjekte zwischen Männern bleiben, Objekte, die auf dem Markt rivalisieren – eine Situation, in die wir alle versetzt worden sind.
Es ist wichtig, dass wir die Besonderheit unseres Lusterlebens entdecken. Sicher, einer Frau ist es möglich, nach dem phallischen Modell zu genießen, und es wird nicht an Männern und an Pornographen fehlen, die die Bestätigung, dass sie innerhalb einer solchen Ökonomie zu ganz außergewöhnlicher Lusterfüllung kommen, den Frauen selbst in den Mund legen. Die Frage bleibt, ob diese Frauen sich dabei nicht sich selbst entfremdet fühlen. Abgeschnitten von sich selbst, ohne Bilder, ohne Spiegel, die sie auf ihre Identität verweisen. Es gibt zumindest zwei Arten der Lusterfahrung für die Frauen. Eine, die nach einer bestimmten Libido-Ökonomie programmiert ist, nach einer bestimmten phallischen Ordnung. Eine andere, die viel stärker mit dem korreliert, was sie sind, mit ihrer sexuellen Identität. Und oft sind die Frauen vollkommen unglücklich, gelähmt, meinen, frigide zu sein, weil es ihnen innerhalb eines bestimmten normativen Modells der sexuellen Ökonomie nicht gelingt, zu sexueller Erfüllung zu kommen, wohingegen sie es vielleicht könnten, wenn sie versuchen würden, ihre eigene Lust wieder zu finden. Das bedeutet nicht, dass man auf die andere verzichten müsste. Ich habe keinerlei Interesse, irgendjemand vor Alternativen oder vor eine Wahl zu stellen. Das vorausgeschickt, meine ich, dass es, um unsere sexuelle Identität zu entdecken, wichtig ist zu wissen, dass es, für uns, eine andere Beziehung zur Lust gibt als die, die nach dem phallischen Modell funktioniert.
Wir haben viele Dinge zu tun … Aber es ist besser, die Zukunft vor sich zu haben, als hinter sich. Warten wir nicht wie das schlafende Dornröschen darauf, dass der charmante Prinz uns aufweckt oder dass der Gott-Phallus uns seine Gnade schenkt. Gott-Phallus, ja, denn wenn „Gott tot ist“, der Phallus ist sehr lebendig.
Und halten sich nicht viele Träger des besagten Phallus heutzutage für richtige Götter? Überall und wiederum auch, und damit möchte ich enden, in der heiligen katholischen Kirche, deren Hoherpriester es heutzutage für geraten hält, uns all dies zu verbieten: Verhütung, Abtreibung, Homosexualität, außereheliche Beziehungen, etc. Dagegen könnten wir, wenn dieser oberste Diener des alleinigen Gottes, Gott-Vater, die Worte der Eucharistie spricht: „Das ist mein Leib, das ist mein Blut“, nach dem kannibalischen Ritus, der seit Jahrhunderten der unsere ist, vielleicht könnten wir ihn daran erinnern, dass er nicht da wäre, wenn unser Körper und unser Blut ihm nicht das Leben geschenkt hätten. Und dass wir, Frauen-Mütter, es sind, die er auf diese Weise als Mahl zelebriert. Aber das darf nicht an den Tag kommen. Das ist der Grund, weshalb die Frauen die Eucharistie nicht feiern dürfen … Etwas von der Wahrheit, die sich darin verbirgt, würde dabei auf brutale Weise ins Licht gerückt.
Le corps-à-corps avec la mere
Luce Irigaray