Kölner Jugendamt

und

Kölner Stadt-Anzeiger

 

 

 

Am 18.06.1007 erschien im Kölner-Stadt-Anzeiger der Artikel „Mein Kind von einer anderen“ von Claudia Lehnen. Unter nachstehendem Link kann der Artikel aufgerufen werden:

http://www.ksta.de/html/artikel/1179819796091.shtml

Im Verlaufe des Interviews äußerte Frau Christa Steinhauer, Adoptionsvermittlerin, Jugendamt Köln:

“Wenn Kinder von Anfang an Kontakt zu den leiblichen Eltern hätten, sei das der Idealfall, meint Steinhauer. Kinder die erst spät die Bauch-Mama kennenlernten, erlebten oft einen Schock. „Sie müssen sich vorstellen: Da prallen zwei Welten aufeinander. Das Kind wurde in einer Mittelschichtfamilie groß, und plötzlich kommt die Assi-Mama zu Besuch“, führt die Frau vom Jugendamt aus.“

Aufgrund dieser Aussage habe ich Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Frau Steinhauer erhoben.

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29.06.2007

 

Stadt Köln
Amt für Kinder, Jugend und Familie
Amtsleiterin
Carolin Krause persönlich
Ottmar-Pohl-Platz 1
51103 Köln



Interview Ihrer Mitarbeiterin Frau Christa Steinhauer
Kölner-Stadt-Anzeiger 18.06.2007 (Kopie beigefügt)

Dienstaufsichtsbeschwerde


Sehr geehrte Frau Amtsleiterin Krause,

hiermit erhebe ich Dienstaufsichtsbeschwerde gegen ihre Mitarbeiterin Frau Christa Steinhauer. Ich beantrage Frau Steinhauer von ihrer gegenwärtigen Tätigkeit als Adoptionsvermittlerin zu befreien und sie ggfs. in einen weniger sensiblen Bereich zu versetzten.

Begründung:

Frau Steinhauer bezeichnet Herkunftsmütter pauschal als „Assi-Mama“, was eine Diskriminierung aller Herkunftsmütter darstellt. In Anbetracht der veränderten Adoptionslandschaft sehe ich in der Person von Frau Steinhauer eine Gefahr, da sie suchenden Adoptierten grundsätzlich ihr negativ gefärbtes Bild von Herkunftsmüttern vermittelt und die Mütter entsprechend behandelt.

Aufgrund des Artikels kam es in einer Gruppe Adoptierter und Herkunftsmütter zu einem Gespräch in dessen Verlauf eine Adoptierte sagte, dass Frau Steinhauer, anstatt sie bei der Suche nach Ihren Herkunftseltern zu unterstützen, ihr ein Bert-Hellinger-Seminar zu Familienaufstellungen anbot. Bei meinem Besuch 2006, versuchte Frau Steinhauer ebenfalls mit mir über Bert Hellinger zu diskutieren.

Ihrer Antwort sehe ich entgegen.

Mit freundlichen Grüßen



Verteiler:
LVR Zentrale Adoptionsstelle – Gerhard Schmitz
LVR Zentrale Adoptionsstelle – Anke Mützenich
Kölner-Stadt-Anzeiger – Claudia Lehnen

 

Darauf hin habe ich folgende Antwort erhalten:

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Amt für Kinder, Jugend und Familie
Ottmar-Pohl-Platz 1, 51103 Köln

Datum: 27.07.2007


Betreff:
Kölner Stadt-Anzeiger vom 18.06.2007
hier: Ihre Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Frau Christa Steinhauer


Sehr geehrte Frau...,

Ihre Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Frau Christa Steinhauer und Ihren Antrag auf Versetzung habe ich zur Kenntnis genommen.

Ich teile Ihre Empörung hinsichtlich der Frau Steinhauer zugeschriebenen abwertenden Äußerung über leibliche Mütter, die ihre Kinder zur Adoption freigeben. Dass Sie sich als Betroffene diskriminiert und beleidigt fühlen, kann ich sehr gut verstehen.

Frau Steinhauer hat der Verfasserin des o.g. Artikels kein Interview gegeben und fühlt sich zu Unrecht zitiert. Sie bedauert die Kränkung, die Betroffene beim Lesen des Artikels empfinden müssen. Während ihrer langjährigen Tätigkeit in der Adoptionsvermittlung hat sich Frau Steinhauer niemals abwertend über Eltern, die ihr Kind zur Adoption freigeben geäußert sondern achtet und respektiert Mütter und Väter in ihrer schwierigen Entscheidung, durch Trennung Sorge für ihr Kind zu tragen.

Sollten Sie in eigener Sache Beratung und Unterstützung benötigen, sind sowohl die Leiterin der Adoptionsvermittlung, Frau Strauff, Tel. 221 24854, als auch Frau Steinhauer zu Gesprächen bereit.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

Carolin Krause



Ich habe mich dann an den Kölner Stadt-Anzeiger gewandt:

 

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10.08.2007

Kölner Stadt-Anzeiger
Claudia Lehnen
Amsterdamer Str. 192
50735 Köln


Ihr Artikel vom 18.06.2007 – „Mein Kind von einer anderen“
- Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Frau Christa Steinhauer


Sehr geehrte Frau Lehnen,

aufgrund der fettgedruckten Textstelle in Ihrem o.g. Artikel

Das Kind wuchs in einer
Mittelschichtfamilie auf,
und dann kommt die
Assi-Mama zu Besuch.

CHRISTA STEINHAUER, JUGENDAMT

habe ich am 25.06.2007 Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Frau Steinhauer erhoben. Eine Kopie dieser Beschwerde schickte ich Ihnen zu.

Mit Datum vom 27.07.2007 erhielt ich eine Stellungnahme von Frau Carolin Krause, der Amtsleiterin des Kölner Jugendamtes, woraus hervorgeht, dass Frau Steinhauer sich zu Unrecht zitiert fühlt (siehe Anlage).

Ich bitte um eine Erklärung, warum Sie Frau Steinhauer diese Aussage zuschreiben, obwohl Frau Steinhauer Ihnen angeblich kein Interview gegeben hat.

Mit freundlichen Grüßen

 

 

Darauf hin habe ich folgende Antwort erhalten:

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21. August 2007

Verlag M. DuMont Schauberg
Kölner Stadt-Anzeiger
Stellv. Chefredakteur Joachim Frank
Amsterdamer Str. 192
50735 Köln
joachim.frank@ksta.de


Ihr Schreiben vom 10.08.2007

Sehr geehrte Frau ...,

Ihren o.g. Brief an Frau Lehnen mit anhängender Korrespondenz der Stadt Köln vom 27.07.2007 hat Frau Lehnen an die Chefredaktion weiter geleitet.

Nach sorgfältiger Prüfung des Sachverhalts und Rücksprache mit den Verantwortlichen der Stadt Köln stelle ich auf Ihre Nachfrage hin fest:

Frau Lehnen hat sich – sowohl unter den presserechtlichen als auch den standesethischen Maßgaben für Recherche-Gespräche – einwandfrei verhalten. Die Wiedergabe der Zitate im „Kölner Stadt-Anzeiger“ ist nachweislich korrekt.

Allerdings ist Frau Steinhauer offenbar einem Missverständnis unterlegen, was die unmittelbare Verwendung der Gesprächsinhalte für die Wiedergabe in der Zeitung betrifft.

Frau Lehnen teilt im Übrigen nach ihrem Eindruck vom Gespräch mit Frau Steinhauer die Einschätzung der Jugendamtsleiterin, Frau Carolin Krause, dass es nicht in Frau Steinhauers Absicht lag, die leiblichen Mütter von Adoptivkindern abzuwerten oder herabzuwürdigen. Dieses Urteil ergibt sich – wenn Sie mir diese Bemerkung gestatten – nach meiner Lektüre auch aus der Tendenz des Artikels insgesamt. Das von Ihnen beanstandete Zitat habe ich mitnichten als eine Aussage Frau Steinhauers wahrgenommen; vielmehr ist der Satz als die Wiedergabe einer (möglichen) Empfindung Dritter zu verstehen – nämlich der (Mittelstands-) Adoptivfamilien und/oder der darin aufwachsenden Kinder.

Ich hoffe, Ihnen insoweit abschließend behilflich gewesen zu sein.

Mit freundlichen Grüßen

Joachim Frank
Stellv. Chefredakteur


Na, dann ist ja alles klar.

Jetzt haben die Adoptierten und die Adoptiveltern den „Schwarzen Peter“!

Wie gut, dass Kölner Jugendamt und Kölner Stadt-Anzeiger sich so gut verstehen!