Die Mütter hätten ihr Kind behalten können,

wenn sie nur gewollt hätten!

 

 

dass alle hmuetter ihr kind behalten haetten koennen, wenn sie nur gewollte haetten, sehe ich - mittlerweile - nicht mehr so, denn ich habe gelernt, wahrzunehmen, unter welch massiven einwirkungen zahlreiche muetter standen, als die entscheidung anstand, die denn in den allermeisten faellen sooo frei gar nicht entstanden ist, wie es viele gerne haetten ...


tja, es gibt sie schon, jene h-muetter/eltern, die ihr kind einfach nur loswerden wollten und wollen, aber mit sicherheit stellen sie nur einen verschwindend geringen anteil unter den herkunfts-muettern!!!! frauen, die in einer notsituation ein kind zur adoption gaben/geben, taten/tun es in der regel, weil sie ueberzeugt davon gemacht wurden und dann sind, DASS SIE DEM KIND ETWAS GUTES DAMIT TUN!!!!! sie handelten/handeln - wie sie guten gewissens meinen - im interesse und zum wohle des kindes!!!! (jene, denen ihre kinder relativ egal sind, vernachlaessigen diese eher bei sich zu hause oder lassen sie in irgendwelchen heimen verkommen, denken also gar nicht so weit in die zukunft ihrer kinder, wie es herkunfts-muetter tun, die ihre kinder in "gute" haende geben wollen im interesse ihrer kinder, wie sie meinen ...

 

niemand hat sie i.d.r. in jener so entscheidenden phase der entscheidungsfindung darueber aufgeklaert, welche verletzungen, traumen, langzeitschaeden, horrorszenarien adoption fuer ihre kinder mit sich bringen kann und in vielen faellen auch mit sich bringt ... hat nicht brigitte gesagt, adoption bedeutet fuer sie mittlerweile das "aufwachen in einen albtraum" ... es ist einfach moralisch-ethisch nicht richtig, diesen frauen "die schuld" für all das weh zu geben, dass ein/e adoptierte/r mit sich tragen und ertragen muss ... gerade den allermeisten DIESER frauen nicht ... sie zu schuldigen und leidverursacherinnen zu stempeln macht es einfach "bequemer" fuer so viele, mit adoption im alltag zurechtzukommen ... fuer uns adoptierte mitunter, weil wir unsere negativen gefuehle auf sie projizieren koennen, a-eltern, weil sie in ihrer rolle dann umso glorioser erglaenzen diese wesentlich einfacher rechtfertigen koennen, und "die gesellschaft" sowieso nach dem motto: suendenbock gefunden, bestrafung durchgefuehrt, fall erledigt, und die oeffentliche meinung ist wieder "im lot" ... seien wir doch ehrlich, wer stellt sich schon gerne so hochkomplizierten diskussionen, wie es fuer das begreifen der adoptions-ungeheuerlichkeit noetig ist, sie zu fuehren ... die wenigsten menschen haben dazu den willen, den nerv, die kraft, die ausdauer, die zeit etc etc etc ...

m.e. ist das problem bei der "klassischen adoption", wo der adoptierte mensch "an kindes statt" (formulierung in der oesterr. gesetzesbestimmung) "angenommen" worden ist, dass schon die hier in frage kommende rechtsnorm suggeriert, ein adoptierter mensch koennte ein leibliches ersetzen. DEM IST ABER NICHT SO, DENN AUS DEM ADOPTIERTEN MENSCHEN WIRD NIEMALS DAS LEIBLICHE KIND DER ADOPTIVELTERN!!!! es bleibt das kind seiner leiblichen eltern, traegt ihre erbanlagen, ist aus DIESER generationenabfolge hervorgegangen und steht somit in der tradition seiner leiblichen familien!!! es sollten sich m.e. also schon die rechts-termini veraendern, neue, der tatsaechlichen situation angemessene sollten geschaffen und implementiert werden.


ich kann heute nicht mehr von einer gelungenen adoption sprechen (auch nicht mehr von meiner ersten mit meinen ersten adoptiveltern), wenn das adoptierte kind "wie ein leibliches" "angenommen" wurde. es sollte doch vielmehr so sein, dass dieses kind UM SEINER SELBST WILLEN ALS KIND ANGENOMMEN WIRD, MIT ALLEM, WAS ES EBEN MITBRINGT, AN IDENTITÄT, GESCHICHTE, INFORMATIONEN ALLER ART, RECHTSBESTÄNDEN ... wenn adoptiv-eltern ein kind mit all dem tatsaechlich annehmen koennen, DANN ERST SIND SIE in meinen augen WIRKLICH ELTERN FUER DIESES KIND, das bleiben kann, was es von allem anfang ist ... UNTER SOLCHEN VORAUSSETZUNG KOENNTEN VIEL MEHR ADOPTION GELINGEN, das ist jedenfalls meine private ueberzeugung ... und ... SO VIEL LEID KOENNTE ALLEN SEITEN ERSPART BLEIBEN!!!!! auch den adoptiv-eltern, die sich dann nicht mehr in einen wahn hineinsteigern koennen und duerfen, sich von vornherein gar nicht auf etwas einlassen, dem ihr innerstes nicht zustimmen kann ...

ich habe schon sehr frueh nachgedacht, ob ich ein kind adoptierten koennte: und ich beantworte diese frage nach wie vor mit einem klaren ja, allerdings haette ich es immer schon nur getan, wenn ich dem kind seine herkunfts-identitaet zur gaenze erhalten haette koennen!!!!!

 

Margaretha Rebecca

 

"DIE WAHRHEIT IST DEM MENSCHEN ZUMUTBAR." Ingeborg Bachmann