Annikas Geschichte
Es ist jede Geschichte einfach grausam, dass muss man erst mal verkraften! Ich erzähle hier meine vom Anfang an! Auch ich wurde meiner Mutter weggenommen! Ohne ersichtliche Begründung! Kam zu einer Pflegefamilie die mich falsch ernährten, kam mit der englischen Krankheit in ein Heim, danach wurde ich von liebevollen Pflegeeltern, die selber 9 Kinder hatten, aufgenommen. Mit 5 Jahren habe ich erfahren dass es nicht meine leiblichen Eltern waren. Ich weinte sehr! Nachts stellte ich mir in meinen Träumen vor, wie meine leibliche Mutter wohl aussieht. Die schönste Prinzessin müsste die sein.
Später als ich in die Schule kam, ich war 12, tauchte meine leibliche Mutter bei mir auf. Komisch in diesem Moment interessierte mich meine Weggabe gar nicht. Ich hatte nur Angst dass ich von den Pflegeeltern weg kam. Ich sah meine leibliche Mutter dann ein paar Mal, aber sie redete nie über das „Warum?“. Als ich älter war, sprach ich sie darauf an, leider erfolglos. Durch ihr Schweigen baute sich auch in mir eine Wand auf. Ich machte eine Akteneinsicht bei der Fürsorge. Dort stehen so belanglose Dinge, dass ich nur noch den Kopf schüttelte. Alltägliche Sachen. Doch eines ist mir auf gefallen, meiner leiblichen Mutter rannten sie wegen dem Pflegegeld nach, wie die Hyänen. Und da kann ich meine leibliche Mutter schon verstehen. Zuerst nimmt man ihr das Kind weg, dann soll sie noch dafür zahlen! Da würde ich auch auf stur stellen.
Nun zu der Wegnahme meiner Tochter durch die gleichen Fürsorger.
Ich hatte damals bereits meinen 4 Jährigen Sohn, war verheiratet aber lebte getrennt von meinem Mann. Ich musste meinen Sohn auf einen Pflegeplatz geben und arbeite in einer Parkettfirma in der Schweiz. Befreundete mich mit dem Sohn der Pflegefamilie an, und wurde schwanger. Ich merkte lange nicht, dass ich schwanger war. Wurde auch in der Firma gekündigt, da ich im Probemonat eine Nierenbeckenentzündung bekam. In der Schwangerschaft nahm ich 3 Kilo zu und bekam bis zum 6 Monat Blutungen. Erst als ich die ersten Kindesbewegungen spürte kam ich ins Grübeln. Meine Schwiegermutter, also die Mutter von meinem Freund, ging dann mit mir zum Arzt. Wo nun festgestellt wurde, dass ich schon im 8. Monat schwanger war. Am Abend des gleichen Tages platze bei mir die Fruchtblase. Und meine Tochter Angelina kam auf die Welt.
Am nächsten Tag stand die Fürsorge an meinem Bett, ich solle mit auf das Gericht. Dort bekam ich vom Richter die Meldung, dass ich nicht geeignet sei, für meine Kinder! und, ich solle das Mädchen zur Adoption frei geben. Wegen Vernachlässigung des Kindes im Mutterbauch. Ich sagte dem Richter, dass ich mir den Quatsch nicht länger anhöre und bin wieder ins Spital gegangen. Dort warteten schon die Ärzte auf mich, der Richter, die Fürsorge. Die Ärzte widersprachen dem Urteil und es wurde ausgemacht, dass ich die Tochter behalten durfte. Während der Zeit meines Spitalaufenthaltes richtete meine Schwiegermutter alles in meiner Wohnung für das Baby ein.
Nach 10 Tagen war es so weit, ich wurde entlassen und ging wieder in meine Wohnung. Gleich am nächsten Morgen stand schon die Fürsorge an meiner Türe, um zu schauen, ob für das Wohl des Kindes gesorgt wurde. Sie hatten nichts zu beanstanden und gingen von dannen! Am gleichen Nachmittag rief mich jedoch der Chef von der Fürsorge an und fing an, mich unter Druck zu setzen, entweder ich gebe das Mädchen jetzt zur Adoption frei oder ich würde beide Kinder verlieren, denn sie würden mich nicht unterstützen! Ich hatte solche Angst, dass man mir tatsächlich auch noch meinen Sohn wegnehmen würde, wenn ich nicht tat, was sie wollten, dass ich mich vor lauter Verzweiflung über die Zwickmühle, in die sie mich hineintrieben, ihnen Angelina überließ.
Es war einfach ganz und gar grauenhaft und schrecklich. Ich weiß heute noch nicht, wie ich die Zeit ÜBERlebt habe. Das ist jetzt nur der erste Teil, den zweiten schreibe ich später. Es kostet mich wirklich sehr viel Kraft immer wieder in das Geschehene einzutauchen. Nur noch eins möchte ich jetzt sagen: Der Staat hatte wieder einmal ein Kind für unfruchtbare, reiche Adoptiveltern gebraucht. Ich reiche Euch allen mein Herz die dieses auch erlebten, denn keine Adoptivmutter wird sich jemals bewusst machen unter welchen Umständen sie ein Kind vom Staat erhält!!! Und so werden die Kinder großgezogen, mit Lügen über ihre Herkunft, weil von Anfang an ein Betrug stattgefunden hat, den sich Adoptivmütter nie eingestehen können, um in ihrer heilen verlogenen Welt weiterleben zu können.
Juli 2006, Annika
Für meine beiden geliebten Kinder
Die Wirklichkeit der Dinge leugnen heißt ihre Wahrheit zu verfehlen.
Nur der Leere zu folgen heißt, sich gegen die Leere zu wenden.
Hör auf zu reden und zu denken, und es gibt nichts, was du nicht erkennen kannst. Wenn wir zur Wurzel zurückkehren, finden wir das Wesen der Dinge.
Folgen wir den Erscheinungen, verfehlen wir die Quelle.
Im Augenblick innerer Erleuchtung gehen wir Jenseits von Erscheinung und Leerheit. Scheinbare Wandlungen in der Welt der Leerheit erscheinen nur aus Verblendung wirklich.
Für Angelina, meine geliebte Tochter
Ich stehe alleine unter dem Sternenhimmel und suche nach Dir.
Wenn ich an Dich denke, dann fehlst Du mir!
Jede Träne die ich weine, ist ein Kuss an Dich.
Und bin ich jetzt alleine, nur in meinen Träumen hab ich Dich!
Für unsere Liebe gibt es keine Zeit, die Erinnerung die bleibt.
Mache dass meine Augen wieder strahlen, sei es nur für Dich.
Schenke mir mein Lächeln zurück.
In Gedanken reiche ich Dir meine Hände zu,
ich kann Dich noch fühlen, das weißt auch Du.
Wir werden uns sicher wieder sehen und können vielleicht das Warum verstehen!
Für alle adoptierten Töchter und Söhne
Spieglein, Spieglein sage es mir,
das Bild, zeigt es nicht in Dir.
Was ich sehe, zeigt zwar mich,
jedoch nicht mein ganzes ICH.
Verschwommen ist in Dir mein Bild,
doch die Zeit verdeckt es mild.
Spieglein, Spieglein, wer ich bin sollst Du mir zeigen,
leise rauscht der Wind draußen in den Zweigen.
Der Wind, er weiß woher er kam, wohin er geht,
bei mir es in den Sternen steht.
Eines Tages, als ich wieder in den Spiegel sehe,
spontan ich auf die Suche gehe.
Sage mir, steh' auf und kläre Deinen Stand,
gehe hin und knüpfe wieder fest das Band.
Erst dann zeigt mein Spieglein deutlich und klar,
wer ich bin und wer ich immer war.