http://plattform.knienieder.com/sites/stillen.htm

 

  

Adoptivstillen

 

(Induzierte Laktation)




Milchbildung

Viele Adoptivmütter wollen ihre Kinder wie leibliche Mütter stillen: generell ist es möglich, ist aber mit einigem Aufwand verbunden, und das, obwohl man nicht vorhersagen kann, wieviel Milch die Mutter bilden kann, bzw. ob das Baby überhaupt bereit ist, von der Brust zu trinken. Es gibt zwei Möglichkeiten die Milch zum "Fließen" zu bringen: die eine besteht aus der Kombination von Pille (die dem Körper eine Schwangerschaft vortäuscht) und der Gabe von Medikamenten, die den Oxytozin-Haushalt heben.

Die wesentlich humanere Methode ist zugleich auch die zeitaufwendigere Methode: Die Mutter muss mehrmals täglich (auch während der Nacht) beide Brüste je ca. 15 bis 20 Minuten lang abpumpen. Zusätzlich empfiehlt es sich milchbildende bzw. milchfördernde Tees und Kräuter zu trinken.

 


Dauer und Menge

Zwischen zweiter und achter Woche wird die Brust etwas größer und straffer und die ersten paar Tropfen Milch werden gebildet. Durch konsequentes Weiter pumpen lässt sich die Milchproduktion noch steigern, allerdings viel langsamer und in geringeren Mengen, als beim Stillen nach einer durchgemachten Schwangerschaft.

 


Brusternährungsset

Die meisten Mütter behelfen sich dabei noch mit einem sogenannten Brusternährungsset, das ist eine Milchflasche, die um den Hals der Mutter gehängt wird und mit Hilfe eines kleinen Schlauches, der an der Brust festgeklebt wird, bekommt das Baby beim Saugen an der Brust sowohl Muttermilch als auch Babynahrung aus der Flasche. Das hat den Vorteil, dass durch das Saugen die Milchproduktion weiter angeregt wird, und man gänzlich auf das Füttern mit der Flasche verzichten kann.



Milchbildende Tees und Kräuter

20 Teile Kümmel
20 Teile Fenchel
20 Teile Anis
10 Teile Brennessel
10 Teile Geisskraut
10 Teile Basilikum

Alle Teile mischen und mit einem Mörser zerstampfen und zerreiben. Man benötigt 1 Teelöffel pro Tasse. Dann mit heißem Wasser übergießen und 5 Minuten ziehen lassen. (Sobald das Baby gestillt wird, nicht mehr als 1/2 l trinken, das sonst die Milch übel schmeckt.)

Foenum Graecum: Bockshornklee ist am meisten milchbildend

 


Unbedingt vermeiden:

Pfefferminz und Salbei


Allerdings sollte die Mutter über ihren Bemühungen zu stillen und "Milch zu bilden" nicht vergessen, dass sie auch ohne Stillen dem Baby alle Liebe, Zuneigung und Körperkontakt geben kann. Und sie sollte darauf achten, dass unter dem Stress, den sie sich selber eventuell macht, nicht die Bindung zum Kind leidet.

 

 

Brusternährungsset

 

Stillen eines adoptierten Babys

 

http://www.uebersstillen.org/jnadoptd.htm

 

Autor: Dr. Jack Newman MD FRCPC
Originaltitel: "Breastfeeding your Adopted Baby"

Hast du vor ein Baby zu adoptieren und es zu stillen? Wunderbar! Es ist nicht nur möglich, sondern es ist auch ziemlich einfach und es besteht die Möglichkeit, dass du eine beachtenswerte Menge Milch produziert. Es ist nicht kompliziert, sondern einfach anders als das Stillen eines Neugeborenen, das neun Monate lang in Deinem Bauch heranwuchs.

Stillen und Muttermilch

Beim Stillen eines Adoptivkindes hat man zwei Ziele vor Augen. Erstens, das Baby an die Brust zu gewöhnen und zweitens, Milch zu produzieren. Es ist wichtig, seine Erwartungen nicht zu hoch anzusetzen. Da Stillen mehr ist, als dem Baby Muttermilch zuzuführen, sind viele Adoptivmütter glücklich, stillen zu können, ohne sich zu erwarten, eine für das Baby ausreichende Menge Milch zu haben. Es geht um die spezielle Mutter-Kind-Beziehung, die besondere Nähe, die biologische Bindung des Stillens, das vielen Müttern dabei am Wichtigsten ist. Eine Adoptivmutter sagte: "Ich möchte Stillen. Wenn das Baby dabei auch Muttermilch erhält, so ist das natürlich großartig!"

Das Baby an die Brust gewöhnen

Obwohl viele nicht glauben, dass die frühe Verwendung von Fläschchen ein Störfaktor beim Stillen sein kann, ist es tatsächlich der Fall, dass sich die Verwendung von künstlichen Saugern in den ersten Lebenstagen auf das Stillen negativ auswirken kann. Je eher man das Baby nach der Geburt an der Brust anlegt, umso besser. Wie dem auch sei, das Baby muss Milch erhalten, wenn es an der Brust trinkt, damit es sich nicht loslöst, sondern weitersaugt, besonders, wenn es schon daran gewöhnt ist, Flüssigkeit durch ein Fläschchen oder andere Fütterungsmethoden (Tasse, Fingerfütterung) zu erhalten. Was kann also getan werden?

 

 

 

 

 

 

Die Milchbildung

Sobald das Baby "in Sicht" ist, sollte man mit der Einleitung der Milchbildung beginnen. Man sollte sich vor Augen halten, dass es einem nicht gelingen mag, eine für das Baby ausreichende Milchmenge zu produzieren, obwohl es sein kann, dass man das schafft. Man sollte sich nicht dadurch entmutigen lassen, weil man, bevor man das Baby hat, beim Pumpen wenig Milch aus der Brust bekommt, da eine Pumpe die Milch nie so gut aus der Brust herausbekommt, wie ein Baby, das gut saugt und korrekt angelegt ist. Das Hauptmotiv des Pumpens ist, die Änderungen in der Brust in die Stillkultur zu leiten, sodass man Milch bilden kann, und nicht um eine Milchreserve für das Baby aufzubauen, bevor es geboren ist, auch wenn das natürlich vorteilhaft wäre.

 

 

Durch das Pumpen und die Verwendung von Domperidone haben die meisten Adoptivmütter innerhalb zwei bis vier Wochen begonnen, die ersten Milchtropfen zu produzieren. Wird man aber in der Lage sein, die gesamte, für das Baby notwendige, Milchmenge zu produzieren? Das kann sein, aber man verlasse sich nicht darauf. Wenig Muttermilch ist besser als gar keine. Falls es einem nicht gelingen sollte, sein adoptiertes Baby voll zu stillen, so gibt das Stillen sowohl der Mutter als auch dem Baby die Möglichkeit eine besondere Beziehung zueinander aufzubauen.