Die WHO-Definition von Gesundheit
Gesundheit ist ein Zustand des völligen körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit oder Gebrechen.
– Präambel der Satzung der Weltgesundheitsorganisation
Werte und Grundsätze der „Gesundheit für alle“
Die WHO handelt immer getreu ihren Grundsätzen:
1. Gesundheit ist für alle Bürger der Welt ein grundlegendes Menschenrecht.
2. Eine im Geiste von Solidarität und Chancengleichheit entwickelte Politik ist der Schlüssel zur Sicherung von Gesundheit, Entwicklung und gesellschaftlicher Stabilität.
3. Gesundheit beginnt mit den Menschen – sie wird nicht einfach nur für sie gemacht. Eine gesunde Welt lässt sich nur durch die aktive Mitsprache und das partnerschaftliche Zusammengehen von Bürgern, Fachkräften und Politikern der unterschiedlichsten Ressorts schaffen. Alle Sektoren müssen dabei für die gesundheitlichen Folgen ihres Handelns einstehen.
4. Chancengleichheit bedeutet nicht einfach Umverteilung gesundheitlicher Leistungen. Sie erfordert bewusste, konkrete Maßnahmen, und zwar nicht nur in der Gesundheitsversorgung, sondern auch im Hinblick auf die sozialen und wirtschaftlichen Determinanten von Gesundheit. Chancengleichheit bedeutet, dass man eine auf breiter Grundlage ruhende Gesamtpolitik zum Schutz und zur Förderung von Gesundheit führt, eine gesunde und sichere natürliche, soziale und kulturelle Lebenswelt schafft und es dem einzelnen Menschen, der Familie und der Gemeinschaft ermöglicht, ihre Kompetenz zur Förderung und zum Schutz ihrer eigenen Gesundheit weiterzuentwickeln.
Voraussetzungen für die Gesundheit
Grundlegende Bedingungen und konstituierende Momente von Gesundheit sind Frieden, angemessene Wohnbedingungen, Bildung, Ernährung, Einkommen, ein stabiles Öko-System, eine sorgfältige Verwendung vorhandener Naturressourcen, soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit. Jede Verbesserung des Gesundheitszustandes ist zwangsläufig fest an diese Grundvoraussetzungen gebunden.
Quelle: Weltgesundheitsorganisation – Regionalbüro für Europa
http://www.euro.who.int/aboutwho
Die WHO

Die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO), die ihren Hauptsitz in Genf (Schweiz) hat, fungiert als Koordinationsbehörde der Vereinten Nationen für das internationale öffentliche Gesundheitswesen. Sie wurde am 7. April 1948 gegründet. Deshalb findet an diesem Datum jedes Jahr der Weltgesundheitstag statt.

Die UnterzeichnerInnen der Satzung der Weltgesundheitsorganisation
Adoptionskrankheit
Nachstehend finden Sie eine Aufstellung über die häufigsten Krankheiten, die durch Adoption entstehen. Es sind durchgängig psychische und psychosomatische Störungen sowie Suchterkrankungen unterschiedlicher Dauer und Intension, hervorgerufen durch die traumatisierende Trennung von Mutter und Kind, die für beide fast immer in einen nicht endenden Trauerprozess mündet. Es mag Adoptierte und Mütter geben, die hiervon unberührt bleiben. Aufgrund eigener Erfahrung, Berichte persönlich Betroffener sowie Darstellungen in Adoptionsratgebern, gehe ich aber davon aus, dass es sich hierbei eher um Ausnahmen handelt. Die meisten von Adoption Betroffenen weisen ein oder mehrere Symptom/e der aufgeführten Krankheiten auf, weshalb ich im Folgenden den Sammelbegriff „Adoptionskrankheit“ verwende, wenn ich über gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Adoption schreibe.
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Psychosomatische Störungen (wenn die verletzte Seele durch den Körper spricht)
Längerfristige Beeinträchtigung von Organ- und Körperfunktionen durch krankmachende psychische Belastungen (z. B. längerfristige Auseinandersetzungen mit unlösbar erscheinenden Lebensfragen oder persönlichen Konflikten), die unwillkürlich und unwissentlich mit Veränderungen des vegetativen Nervensystems einhergehen. Psychosomatische Beschwerden gehören zu den häufigsten Leiden. Das Erkrankungsrisiko steigt deutlich, wenn gravierende Einschnitte im Leben eine schnelle Anpassung an neue Lebensbedingungen erfordern (z.B. Pensionsschock). Psychosomatische Störungen (oder Erkrankungen) betreffen das Herz-Kreislauf-System, die Atemwege, den Magen-, Darm- und Urogenitaltrakt, den Schlaf-Wach-Rhythmus, sowie das Immunsystem, letzteres mit den Folgen herabgesetzter Abwehr gegen Infektionen und Allergien. Zu den häufigsten psychosomatischen Störungen gehören essentielle Hypertonie (Bluthochdruck), koronare Herzerkrankungen (mangelnde Blutversorgung des Herzmuskels über die Herzkranzarterien), Herzrhythmusstörungen, Asthma bronchiale (reversible Atemnotanfälle), chronische Kopfschmerzen (Migräne und Spannungskopfschmerzen), gutartige Magen- und Darmgeschwüre, Darmbeschwerden (Bauchkrämpfe, Durchfall, Verstopfung) und Essstörungen (Anorexia nervosa, Bulimia nervosa).
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Trauma (griech. „Wunde“) bezeichnet
in der Medizin eine Wunde, Verletzung oder Schädigung des Körpers.
in der Psychologie eine von außen einwirkende Verletzung der seelisch-psychischen Integrität
Ein Psychotrauma ist eine seelische Wunde, die auf ein traumatisierendes Ereignis oder mehrere zurückgeht, bei dem im Zustand von extremer Angst und Hilflosigkeit die Verarbeitungsmöglichkeiten des Menschen überfordert waren. Fischer und Riedesser definieren in ihrem Lehrbuch der Psychotraumatologie" (München, 1998) den Begriff „Psychotrauma“ wie folgt: "... ein vitales Diskrepanzerlebnis zwischen bedrohlichen Situationsfaktoren und den individuellen Bewältigungsmöglichkeiten, das mit Gefühlen von Hilflosigkeit und schutzloser Preisgabe einhergeht und so eine dauerhafte Erschütterung von Selbst- und Weltverständnis bewirkt (S. 79). Solche traumatisierenden Ereignisse sind die Auslöser für posttraumatische Belastungsstörungen, die ein Leben lang anhalten können. Die drei diagnostischen Kriterien sind Intrusion (Eindringung), Vermeidung und Übererregung. Unter Intrusionen fallen auch die so genannten „flash-backs“. Dabei kommt es auch lange Zeit später zu sich aufdrängenden extrem unangenehmen Wiedererinnerungen an das Ereignis, so als laufe es wie in einem Film noch mal ab. Auch in Träumen kann sich die intrusive Symptomatik widerspiegeln. Die Vermeidung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Person Dinge, Situationen und sogar Gefühle, die an das Trauma erinnern, bewusst und unbewusst vermeidet. Die psychovegetative Übererregung wie starke Angst, Beklemmung und Schreckhaftigkeit zusammen mit körperlichen Symptomen gehören zum Symptomenkomplex Hyperarousal (Übererregung).
Aus: Die Narben der Gewalt – Traumatische Erfahrungen verstehen und überwinden – Judith Herman – 2003 – Junfermannsche Verlagsbuchhandlung
Gewalttaten verbannt man aus dem Bewusstsein – das ist eine normale Reaktion. Bestimmte Verletzungen des Gesellschaftsvertrages sind zu schrecklich, als dass man sie laut aussprechen könnte: Das ist mit dem Wort „unsagbar“ gemeint. Doch Gewalttaten lassen sich nicht einfach begraben. Dem Wunsch, etwas Schreckliches zu verleugnen, steht die Gewissheit entgegen, dass Verleugnung unmöglich ist. Viele Sagen und Märchen berichten von Geistern, die nicht in ihren Gräbern ruhen wollen, bis ihre Geschichten erzählt sind. „Mord“ muss ans Tageslicht. Die Erinnerung an furchtbare Ereignisse und das Aussprechen der grässlichen Wahrheit sind Vorbedingungen für die Wiederherstellung der gesellschaftlichen Ordnung, für die Genesung der Opfer.
Der Konflikt zwischen dem Wunsch, schreckliche Ereignisse zu verleugnen, und dem Wunsch, sie laut auszusprechen, ist die zentrale Dialektik des psychischen Traumas. Menschen, die ein Trauma überlebt haben, erzählen davon oft so gefühlsbetont, widersprüchlich und bruchstückhaft, dass sie unglaubwürdig wirken. Damit ist ein Ausweg aus dem Dilemma gefunden, einerseits die Wahrheit sagen und andererseits Stillschweigen wahren zu müssen. Erst wenn die Wahrheit anerkannt ist, kann die Genesung des Opfers beginnen. Doch sehr viel häufiger wird das Schweigen aufrechterhalten, und die Geschichte des traumatischen Ereignisses taucht nicht als Erzählung auf, sondern als Symptom.
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Einen Erklärungsansatz für das Verschwinden dissoziativer Diagnosen zu Anfang des Jahrhunderts sehen Huber (1995) und Ross (1989) darin, dass bereits Janet - und auch Freud in seiner Verführungstheorie (Penisneid) - Dissoziation in engen Zusammenhang mit dem Erleben realer Traumatisierungen vor allem in der Kindheit gestellt haben und dass es in der Gesellschaft damals wie heute ein "Trauma-Tabu" zu geben scheint, mit dem ein in dieser unerwarteten Größenordnung gefundenes Ausmaß an Gewalt gegen Frauen und Kinder verleugnet werden muss. Eine weit verbreitete, vor allem Frauen betreffende, durch Trauma verursachte Störung wie die DIS löst auch unter diesem Aspekt gesehen teilweise recht heftige emotionale (Gegen-)Reaktionen aus.
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Aus: Verlust – Trauer und Depression - John Bowlby – 1983 – Fischer Verlag
Der Verlust eines geliebten Menschen ist eine der schmerzlichsten Erfahrungen, die jemand machen kann. Der Mensch, der einen Verlust erlitten hat, kann nur durch die Rückkehr der geliebten Person getröstet werden; wenn wir ihn auf irgendeine andere Weise zu trösten versuchen, wird er das fast als Beleidigung auffassen. Gleich, ob ein Autor die Auswirkungen eines Verlusts auf einen Erwachsenen oder ein Kind erörtert, es besteht die Tendenz zu unterschätzen, wie belastend und beeinträchtigend ein Verlust in der Regel ist, und wie lang die dadurch bewirkte Belastung und Beeinträchtigung gewöhnlich dauert. Hervorgehoben werden (in diesem Buch) immer wieder die lange Dauer des Kummers, die Schwierigkeiten, mit denen sich jemand von seinen Nachwirkungen erholt, und die nachteiligen Folgen für das Funktionieren der Persönlichkeit, die ein Verlust so häufig mit sich bringt.
Verlust eines Kindes
Ich träumte eines Nachts, der liebe More sei wieder lebendig, und nachdem ich meine Arme um seinen Hals geworfen hatte und ohne jeden Zweifel feststellte, dass ich meinen lebenden Sohn umarmte – befassten wir uns gründlich mit dem Thema und fanden, der Tod und die Trauerfeier bei Abinger seien fiktiv gewesen. Für eine Sekunde nach dem Aufwachen blieb die Freude – dann kam die Totenglocke, die mich jeden Morgen weckt – More ist tot! More ist tot! – Samuel Palmer in einem Brief an seinen Freund (Cecil, 1969) Ersetzt man „Tod“ durch „Adoption“, könnte dieser Brief auch von einer Mutter geschrieben sein, die ihr Kind durch Adoption verloren hat.
Man weiß, dass die akute Trauer nach einem solchen Verlust ablaufen wird, aber man wird ungetröstet bleiben, nie einen Ersatz finden. Alles, was an die Stelle rückt, und wenn es sie auch ganz ausfüllen sollte, bleibt doch etwas anderes. Und eigentlich ist es recht so. Es ist die einzige Art, die Liebe fortzusetzen, die man ja nicht aufgeben will. – Siegmund Freud - Aus einem Brief an Ludwig Binswanger, der einen Sohn verloren hatte.
Intime Bindungen an andere menschliche Wesen sind der Angelpunkt, um den sich das Leben eines Menschen dreht, nicht nur im Säuglings-, Kleinkind- oder Schulalter, sondern auch während der Adoleszenz (Entwicklungsphase eines Menschen nach der Pubertät) und der reifen Jahre bis hinein in das Alter. Aus diesen intimen Bindungen bezieht der Mensch seine Stärke und Lebensfreude, und durch das, was er beiträgt, gibt er anderen Stärke und Lebensfreude. Darüber sind sich die zeitgenössische Wissenschaft und die traditionelle Weisheit einig.
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Das Auftreten und der Verlauf von Adoptionskrankheit zeigt bei Adoptierten und ihren Müttern viele Parallelen. Aufgrund der unterschiedlichen Ausgangslagen, des Alters, der gesellschaftlichen und sozialen Stellung (Kind / Erwachsene) gibt es jedoch spezifische Probleme. Während bei Adoptierten das gesamte Spektrum der Symptome auftaucht, weisen die Mütter meist depressive Verstimmungen bis hin zu manifesten Depressionen und Suizidneigungen auf.
„Nicht jeder Raucher bekommt Lungenkrebs, aber Raucher bekommen häufiger Lungenkrebs als Nichtraucher.“ Analog hierzu ist es eine (von den Verantwortlichen verschwiegene) Tatsache, dass Adoption - eine Jugendhilfemaßnahme „Zum Wohle des Kindes“ - die Disposition für Erkrankung schafft.
Symptome der Adoptionskrankheit
Angststörungen
Borderline-Persönlichkeitsstörung
Depression
Dissoziative Identitätsstörung (Multiple Persönlichkeitsstörung)
Essstörungen
Intellektualisierung (übertriebene Bevorzugung abstrakter Denkweisen zur Vermeidung von Gefühlen)
Minderwertigkeitskomplexe
Narzisstische Persönlichkeitsstörungen (Allmachtsphantasien, Größenideen)
Neurotische Störungen (Verdrängung, Regression, Verkehrung ins Gegenteil, Verleugnung)
Posttraumatische Belastungsstörungen Trauma
Psychosomatische Störungen
Psychotische Störungen
Selbstverletzung
Suchtstörungen (Alkoholismus, Medikamentenabhängigkeit)
Suizid
Unfruchtbarkeit (sekundäre Sterilität abgebender Mütter)
Laut Aussage einer Mitarbeiterin des Deutschen Kinderschutzbundes stammen die meisten Trebegänger (Ausreißer, Straßenkinder) aus Gewalt-, Sucht-, Stief- und Adoptivfamilien.
„Der größte Teil der auf der Straße lebenden Kinder und Jugendlichen stammt aus Betreuungsverhältnissen der Jugendhilfe (zit. nach Jordan 1995, S. 3)“
„Das System Jugendhilfe neigt aufgrund eigener Widersprüchlichkeiten und innerer Fronten dazu, genau das zu reproduzieren, was am Anfang „schwieriger Lebensläufe“ steht: eine für den Jugendlichen undurchschaubare Mischung aus Sorge und Vernachlässigung. Liebe und Hass“ (zit. nach Seidel, 1996, S. 185)“
Zum Schluss noch etwas von der WHO:
Wiener Erklärung über die Investition in die Gesundheit von Frauen in den mittel- und osteuropäischen Ländern, 1994
Der Gesundheit von Frauen muss ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit und Dringlichkeit zugemessen werden", erklärte die Weltgesundheitsversammlung 1992. Dies veranlasste das Regionalbüro für Europa der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Initiative Investition in die Gesundheit von Frauen zu starten.
GRUNDSÄTZE
Die Initiative „Investition in die Gesundheit von Frauen“ wird von sechs Grundsätzen geleitet. Diese Grundsätze bilden den Rahmen für ein Konzept von Frauengesundheit, das auf dem Bekenntnis der WHO zu Chancengleichheit, Menschenrechten und primärer Gesundheitsversorgung aufbaut. Diese sechs Grundsätze sind:
· Investition in Gesundheit
· Menschenrechte
· Gesundheit während des gesamten Lebens
· Teilhabe- und Befähigungsstrategien
· Frauenfreundliche und bedarfsgerechte Gesundheitsdienste und
· Beziehungen zwischen den Geschlechtern.
1. INVESTITION IN GESUNDHEIT
Frauen sind eine wesentliche gesellschaftliche Ressource. Und doch zeigt der Index der menschlichen Entwicklung (Human Development Index) deutlich, dass kein Land seine Frauen so gut behandelt wie seine Männer oder ihre wirtschaftliche Leistung entsprechend würdigt. Eine Reihe von Studien, die von Vereinten Nationen und Weltbank durchgeführt wurden, belegt, dass Investitionen in Frauen sich außerordentlich bezahlt machen. Sie führen zu schnellerem Wachstum, verbesserter Effizienz, größeren Einsparungen und geringerer Armut. Durch die Verbesserung der Gesundheit von Frauen können Regierungen sehr viel für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung tun. Investitionen in die Gesundheit von Frauen sind jedoch an sich schon vorteilhaft. Die Kinder sind gesünder, der Wohlstand der Familien und Gemeinden erhöht sich, die Kosten der Gesundheitsversorgung sinken und die Produktivität steigt. Die Erziehung und Ausbildung von Mädchen und Frauen, Unterstützung für Kinder; Wohnraumbeschaffung und primäre Gesundheitsversorgung für Frauen und ihre Kinder müssen für politische Entscheidungsträger zu wichtigen Prioritäten werden.
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